Die lieben Sommerrosen blühn

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Johann Martin Miller: Die lieben Sommerrosen blühn Titel entspricht 1. Vers(1772)

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Die lieben Sommerrosen blühn
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Nun endlich auch im Garten;
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Da ging ich jeden Morgen hin,
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Und konnt' es kaum erwarten.
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Die allerschönste dacht' ich mir
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Aufs Kirmesfest zu pflücken,
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Und meines Wilhelm Hut mit ihr
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Beim Ringeltanz zu schmücken.

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Ach, aber keine pflück' ich ab,
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Auf seinem Hut zu blühen!
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Ihr Rosen, nur auf seinem Grab
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Sollt ihr ein Kreuz umziehen.
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Du guter Wilhelm, dachten wir
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Dies noch vor wenig Tagen,
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Als wir den ganzen Abend hier
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Auf Schlüsselblumen lagen?

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Rings um uns wehte frische Luft,
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Die Vogel sangen munter;
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Und süßer Apfelblütenduft
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Goß sich vom Baum herunter!
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Wir lagen, Hand in Hand, vertraut,
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Und küßten uns und kannten
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Kein größer Glück, als wenn wir Braut
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Und Bräutigam uns nannten.

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Dann aber trübten nach und nach
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Sich deine frohen Mienen,
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Und unbekannte Wehmut sprach
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Mit bangem Blick aus ihnen;
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Noch immer seh' ich dein Gesicht,
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Wie du ein Sträußchen pflücktest,
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Und zitternde Vergißmeinnicht
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Mir in die Hände drücktest!

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Da schlug mein Herz, ich konnte kaum
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Die Ahnung dir verhehlen;
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Und in der Nacht kam Traum auf Traum,
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Mein armes Herz zu quälen.
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Du guter Himmel, allzusehr
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Ist alles eingetroffen!
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Was kann ich nun auf Erden mehr,
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Als, auch zu sterben, hoffen?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Martin Miller
(17501814)

* 03.12.1750 in Ulm, † 21.06.1814 in Ulm

männlich, geb. Miller

deutscher Theologe und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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