Die Saiten laß ich oft so hell erklingen

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Sándor Petöfi: Die Saiten laß ich oft so hell erklingen Titel entspricht 1. Vers(1836)

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Die Saiten laß ich oft so hell erklingen,
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Das liebe Erdendasein zu besingen,
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Das Leben lieb' ich, ob's auch Wunden schlägt,
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Und meist uns nur durch öde Wildnis trägt.

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Wie hoch indes ich mit dem Sang auch strebe,
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Wie reich ihn mit des Frohsinns Glanz durchwebe,
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Das End' ist doch, daß freudlos es verklingt,
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Daß es, wie alles, in die Grube sinkt.

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O, wie erquick' ich mich am Reiz des Maien,
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Da Aug' und Herz an Blumen sich erfreuen!
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Doch, wenn mein Blick noch auf den Blüten weilt,
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Mein Fuß schon hastend hin zum Friedhof eilt!

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Im Friedhof, den nur Gram und Leid umsäumen,
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Versinken Seel' und Herz in ernstes Träumen,
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Hier träumen, scheint mir, die Akazien auch,
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Geschaukelt von des Abendwindes Hauch.

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Wie heil'ge Zeichen Gottes mir erscheinen
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Die Lettern auf den Kreuzlein und den Steinen,
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Sie halten mich in seinem hehren Bann,
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Sie führen mich auf Gräbern himmelan!

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Dumpf-traurig aus dem Dorf das Glöcklein läutet, –
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Auch dort wird jetzt ein frisches Grab bereitet,
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Voll Andacht trägt den Toten man hinaus,
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Senkt ihn zur Ruh' in der Verwesung Haus.

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Schon ahnt mein Herz – kaum wird die Ahnung trügen –,
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Bald werd' auch ich im Grabe unten liegen,
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Bald bettet man auch mir zur ew'gen Ruh',
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Schließt ew'ger Traum auch mir die Augen zu.

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Nun denn, mit Gott! Mag mir die Stunde schlagen,
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Die meine Laufbahn schließt, ich will nicht klagen,
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Zerreißen mag, was mich ans Dasein hält,
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Ein Abschiedskuß, dann lebe wohl, du Welt!

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Und was das Schicksal grausam mir verwehrte,
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Obgleich es meine Sehnsucht heiß begehrte:
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Fahr' hin, o
36
Du Himmelsblume »

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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