Mein Rösgen, meine Lust, mein Kind, das ich erwähle

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Christian Weise: Mein Rösgen, meine Lust, mein Kind, das ich erwähle Titel entspricht 1. Vers(1675)

1
Mein Rösgen, meine Lust, mein Kind, das ich erwähle,

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Ach geh du falsche Seele.

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Was sagt sie, bin ich falsch, da ich so freundlich thu?

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Schreibts meiner Einfalt zu.

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Sie ist mein Hertzens-Trost, mein Reichthum, mein Gelücke.

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Daß dich mein Leibgen drücke.

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Wie gläntzt ihr Angesicht, kein Blümgen ist so nett.

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Hat er nun auch geredt?

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Die hellen Augen seh ich als zwey Sterne scheinen,

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Zwey Sterne wird er meinen,

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Und dieser schöne Glantz hat mich verliebt gemacht,

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Ich hät es nicht gedacht.

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Ich schwere bey der Hand, die ich so sehnlich küsse,

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Ich dachte was mich bisse.

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Drum stell ich mich bey ihr in tieffster Demuth ein,

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Kan er auch höhnisch seyn?

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Sie muß die Auslegung auch nicht so böse machen,

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Fürwar, ich muß nur lachen.

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Sie lacht, und gibt mir doch im Lachen einen Stich,

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Ach Herr, versorge mich.

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Und dannoch werd ich stets zu ihren Diensten stehen,

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Er lasse sichs vergehen.

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Wie werd ich doch veracht, ich armer Schmetterling.

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Ach Vättergen, mein Ding.

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Mein Kind, was flucht sie so, sie fürchte sich der Straffe,

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Er redt gewiß im Schlaffe.

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Sie wecke mich nur auff, sonst schlaff ich härter ein,

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Vor dißmahl kans nicht seyn.

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Und also bleibt mein Hertz allzeit in ihr verschlossen,

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Das Ding gibt keinen Possen.

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Ihr Hertze gegen meins, das wär ein schöner Tausch,

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Er hat doch einen Rausch.

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Es scheint, als wär ich gantz von ihrer Gunst geschieden,

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Er lasse mich zu frieden.

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Sie rede doch mit mir, wo meine Bitte gilt.

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Ach nein, die Mutter schilt.

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Sie hat mich doch nicht lieb, sie sagt mirs mit Geberden.

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Er sol ein Rahtsherr werden.

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Indessen bleib ich doch verpicht auffs liebe Brod,

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Mit ihm hats keine Noth.

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Sie lebe wohl mein Kind, ich wil sie nicht verstören,

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Es ist mir lieb zu hören,

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Ich hoffe ja sie wird auch meinen Schertz verstehen,

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Ich dacht er wolte gehen.

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Ich geh, indem ich sie zur Vnzeit angetroffen,

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Der Thorweg steht ihm offen.

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Jedoch

48
Er sey nur unbemüht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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