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Die Schöne lag auf ihrem Ruhebette,
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Und hatte (fern, vermutlich, vom Verdacht
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Daß sie bei Phanias sich vorzusehen hätte)
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Ihr Mädchen fortgeschickt. Es war nach Mitternacht;
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Ein leicht Gewölke brach des Mondes Silberschimmer,
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Und alles schlief: als plötzlich, wie ihr deucht,
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Den Gang herauf zu ihrem kleinen Zimmer
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Mit leisem Tritt – ich weiß nicht was sich schleicht.
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Sie stutzt. Was kann es sein? Ein Geist, nach seinen Tritten –
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Besuch von einem Geist! den wollt ich sehr verbitten,
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Denkt sie. Indem eröffnet sich die Tür,
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Und eh sie's ausgedacht, steht – Phanias vor ihr.
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»wie du mich martern kannst, Musarion! Viel lieber
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Stoß einen Dolch in dieses Herz, das du
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Nicht glücklich machen willst!« –
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»nichts tragisches, mein Lieber!
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Komm, setze dich gelassen gegen über,
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Und sag uns im Vertraun, wie viel gehört dazu,
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Damit ich dich so glücklich mache
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Als du verlangst?« – »Mich lieben, wie ich dich!« –
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»so liebt mich Phanias, der noch so kürzlich mich
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Mit Abscheu von sich warf?« – »Ist (ruft er) dies nicht Rache?
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Du weißt zu wohl, ich war nicht Ich
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In jener unglückselgen Stunde;
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Gram und Verzweiflung sprach aus meinem irren Munde;
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Ich lästerte die Lieb, und fühlte nie
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Mein Herz so voll von ihr. Ich war zu sehr betroffen,
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Zu wissen was ich sprach, und hielt für Ironie
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Was du mir sagtest. Konnt ich hoffen,
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Daß was Athen von mir, mich von Athen verbannt,
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Erwäge dies, und kannst du nicht vergeben
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Was ich mir selbst zwar nicht vergeben kann,
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So blicke mich noch einmal an,
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Und nimm mit diesem Blick mir ein verhaßtes Leben.
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Ob ich dich liebe? ach!« –
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»nun, bei Dianen! Freund,
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Die Liebe macht bei dir sehr klägliche Gebärden:
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Sie spricht so weinerlich, daß mir's unmöglich scheint
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In diesen Ton jemals gestimmt zu werden.
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Die hohe Schwärmerei taugt meiner Seele nicht,
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So wenig als Theophrons Augenweide:
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Mein Element ist heitre sanfte Freude,
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Und alles zeigt sich mir in rosenfarbnem Licht.
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Ich liebe dich mit diesem sanften Triebe,
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Der, Zephyrn gleich, das Herz in leichte Wellen setzt,
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Nie Stürm erregt, nie peinigt, stets ergetzt:
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Wie ich die Grazien, wie ich die Musen liebe,
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So lieb ich dich. Wenn dies dich glücklich machen kann,
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So fängt dein Glück mit diesem Morgen an,
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Und wird sich nur mit meinem Leben enden.«
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Welch einen Strahl von unverhofftem Licht
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Läßt dieses Wort in seine Seele fallen!
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Er glaubte seinem Ohr den süßen Wechsel nicht;
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Allein, er sieht das Glück, das ihm ihr Mund verspricht,
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In ihren schönen Augen wallen.
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Vor Wonne sprachlos sinkt sein Mund auf ihre Hand;
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Entwaffnet ihren Widerstand;
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Sie gönnet ihm und sich die Lust ihn zu beglücken,
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Die Lust die so viel Reiz für schöne Seelen hat;
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Selbst da er sich vergißt, bestraft sie ihn so matt,
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Daß er es wagt, den Mund an ihre Brust zu drücken.
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»und ich, mein Herr, (versetzt sie) die so viel
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Beweisen soll, bin ich, nach eurer Sittenlehre,
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Nicht auch befugt daß ich Beweis begehre?
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Und wie, wenn eure Glut ein bloßes Sinnenspiel,
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Ein flüchtiger Geschmack, ein kleines Fieber wäre?
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Wenn Phanias mich liebt, so räumt er, hoff ich, ein,
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Daß ich, eh ich mich selbst verschenke,
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Auf meine Sicherheit vorher ein wenig denke.
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Bei Leuten von so warmem Blut
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Ist diese Vorsicht wohl nicht allzu weit getrieben.
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Verzeihe, wenn sie dir ein wenig Unrecht tut;
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Allein du selber willst daß wir im Ernst uns lieben?
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Sonst tändelt ich mit Amors Pfeilen nur:
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Jetzt, da er mich erhascht, ist's nicht mehr Zeit zum Lachen;
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Es ist darum zu tun daß wir uns glücklich machen,
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Und nur vereinigt kann dies Weisheit und Natur.«
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Unwiderstehlich, sagt man, sei
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Der Weisheit Reiz aus einem schönen Munde.
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Wir geben's zu, so fern euch nicht dabei
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Aus einem Nachtgewand mit nelkenfarbnem Grunde
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Ein Busen reizt, der, jugendlich gebläht,
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Die Augen blendt und niemals stille steht;
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Ein Busen, den die Göttin von Cythere,
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Wenn eine Göttin nicht zum Neid zu vornehm wäre,
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Beneiden könnt. In diesem Falle fand
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Sich, leider! unser Held, von zwei verschiednen Kräften
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Gezogen. Mußt er auch so starr und unverwandt
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Auf die Gefahr ein lüstern Auge heften?
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Natürlich muß der stärkre Sinn
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Des schwächern Eindruck bald verdringen;
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Und was die Freundin spricht, ihn zu sich selbst zu bringen,
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Schwebt ungefühlt an seinen Ohren hin.
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Was Amor nur vermag um Spröde zu bezwingen,
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Was, wie man sagt, schon Drachen zahm gemacht,
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Die Künste, die Ovid in ein System gebracht,
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Die feinsten Wendungen, die unsichtbarsten Schlingen
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Versucht er gegen sie, und keine will gelingen.
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»ergib dich (spricht zuletzt die schöne Siegerin)
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Mit guter Art! Du siehst, wie nachsichtsvoll ich bin
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So vielen Übermut zu tragen:
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Mehr Eigensinn, erlaube mir's zu sagen,
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Beleidigt meine Zärtlichkeit,
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Und dient zu nichts, als deine Prüfungszeit
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Mehr, als ich selbst vielleicht es wünsche, zu verlängern.
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Genug von diesem! Schwatzen wir,
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Wenn dir's gefällt, von unsern Grillenfängern.
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Ich weiß nicht wie der Einfall mir
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Zu Kopfe steigt – allein, ich wollte schwören,
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Daß diesen Augenblick – was meinst du, Phanias? –
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Mein Mädchen – rate doch! – und dein Pythagoras –«
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»wie? etwa gar die Sphären singen hören?
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(versetzt mit Lachen Phanias)
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Das hieße mir ein Abenteuer!
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Und doch, wer weiß? Ich merkte selbst so was:
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Es wallte, deuchte mich, ein ziemlich irdisch Feuer
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In seinem Aug, als Chloens lose Hand
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Den Blumenkranz um seine Stirne wand.
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Wie viel, Musarion, hab ich dir nicht zu danken!
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Was für ein Tor ich war, Gesellen dieser Art,
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An denen nichts als Mantel, Stab und Bart
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Sokratisch ist, (wie haß ich den Gedanken!)
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Ein Paar, das nur in einem Possenspiel
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Bei rohen Satyrn und Bacchanten
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Zu glänzen würdig ist, für Weise, für Verwandten
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Der Götter anzusehn!« –
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»daß sie sehr menschlich sind, (fällt ihm die Freundin ein)
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Und in der Tat nicht ganz so weise
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Als ihr System, das zeigt der Augenschein. –
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Und dennoch ist nichts mächtiger, um Seelen
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Zu starken Tugenden zu bilden, unsern Mut
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Zu dieser Festigkeit zu stählen,
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Die großen Übeln trotzt und große Taten tut,
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Als eben dieser Satz, für welchen dein Kleanth
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Zum Märtyrer sich trank. Die alten Herakliden,
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Die Männer, die ihr Vaterland
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Mehr als sich selbst geliebt, die Aristiden,
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Die Phocion und die Leonidas,
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Ruhmvolle Namen!« – » Gut! (ruft unser Mann) und waren
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Sie etwan Stoiker?« – » Sie waren, Phanias,
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Noch etwas mehr! Sie haben das
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Was Zeno spekuliert; sie haben es
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Warum hat Herkules Altäre?
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Den Weg, den Prodikus nicht gehn, nur malen kann,
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»und wem gebührt davon die Ehre,
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Als der Natur, die ihn, und wer ihm gleicht, gebar
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Ein Held wird nicht geformt, er wird geboren.«
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»und mit den nämlichen Ideen
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War doch Archytas einst ein wirklich großer Mann!
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Auch Seelen dieser Art erzeuget dann und wann
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(zwar sparsam) die Natur. Man wird zum Geisterseher
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Geboren, wie zum Feldherrn Xenophon«,
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Wie Zeuxis zum Palett, und Philipps Sohn zum Thron.
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Und in der Tat, was hebt die Seele höher,
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Was nährt die Tugend mehr? erweitert und verfeint
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Des Herzens Triebe so, als glänzende Gedanken
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Von unsers Daseins Zweck? – das Weltall ohne Schranken,
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Unendlich Raum und Zeit, die Sonne die uns scheint
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Ein Funke nur von einer höhern Sonne,
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Unsterblich unser Geist, Unsterblichen befreundt,
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Und, ahmt er Göttern nach, bestimmt zu Götterwonne!«
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»bei allen Grazien! (ruft lachend Phanias)
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Du wirst noch mit der Zeit die Sphären singen hören!
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Vor wenig Stunden gab dies Galimathias
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Dir Stoff zum Spott« –
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»der Mann, nicht seine
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Das Wahre nicht, obgleich (nach aller Schwärmer Art)
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Sein glühendes Gehirn es mit Schimären paart.
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Nur diese trifft der Spott. – Doch stille! wir versteigen
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Uns allzu hoch. Ich wollte dir nur zeigen,
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Daß dich dein Vorurteil für dieses weise Paar
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Nicht schamrot machen soll. Nichts war
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Natürlicher in deiner schlimmen Lage.
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Der Knospe gleich am kalten Märzentage
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Schrumpft, wenn des Glückes Sonnenschein
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Sich ihr entzieht, die Seel in sich hinein.
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Entfiedert, nackt, von allem ausgeleeret
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Was sie für wesentlich zu ihrem Wohlsein hielt,
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Was Wunder, wenn sich ihr ein Lehrbegriff empfiehlt,
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Der sie die Kunst es zu entbehren lehret?
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Der ihr beweist, was nicht zu ihr gehöret,
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Was sie verlieren kann, sei keinen Seufzer wert;
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Ja, ihren Unmut zu betrügen,
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Aus der Entbehrung selbst ein künstliches Vergnügen
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Ihr, statt des wahren, schafft? – Was ist so angenehm
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Für den gekränkten Stolz, als ein System,
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Das uns gewöhnt für Puppenwerk zu achten
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Was aufgehört für uns ein Gut zu sein?
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Was, meinst du, bildete der
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Der, groß genug Monarchen zu verachten,
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Von Philipps Sohn nichts bat, als freien Sonnenschein?
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Noch mehr willkommen muß, im Falle den wir setzen,
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Die Schwärmerei des Platonisten sein,
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Der das Geheimnis hat, die Freuden zu
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Der, statt des tierischen verächtlichen Ergetzen
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Wir sehn mit ihm aus leicht erstiegnen Höhen
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Auf diesen Erdenball als einen Punkt herab;
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Ein Schlag mit seinem Zauberstab
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Heißt Welten um uns her bei Tausenden entstehen;
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Sind's gleich nur Welten aus Ideen,
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So baut man sie so herrlich als man will;
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Und steht einmal das Rad der äußern Sinne still,
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Wer sagt uns, daß wir nicht im Traume wirklich sehen?
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Ein Traum, der uns zum Gast der Götter macht –«
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Der schönste Tag folgt dieser schönen Nacht.
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Mit jedem neuen fühlt sich unser Paar beglückter
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Indem sich jedes selbst im andern glücklich macht.
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Durch überstandne Not geschickter
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Zum weiseren Gebrauch, zum reizendern Genuß
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Des Glückes, das sich ihm so unverhofft versöhnte,
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Gleich fern von Dürftigkeit und stolzem Überfluß,
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Glückselig, weil er's war, nicht weil die Welt es wähnte,
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Bringt Phanias in neidenswerter Ruh
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Ein unbeneidet Leben zu;
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In Freuden, die der unverfälschte Stempel
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Der Unschuld und Natur zu echten Freuden prägt.
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Der bürgerliche Sturm, der stets Athen bewegt,
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Trifft seine Hütte nicht – den Tempel
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Der Grazien, seitdem Musarion sie ziert.
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Bescheidne Kunst, durch ihren Witz geleitet,
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Gibt der Natur, so weit sein Landgut sich verbreitet,
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Den stillen Reiz, der ohne Schimmer rührt.
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Ein Garten, den mit Zephyrn und mit Floren
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Pomona sich zum Aufenthalt erkoren;
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Ein Hain, worin sich Amor gern verliert,
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Wo ernstes Denken oft mit leichtem Scherz sich gattet;
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Ein kleiner Bach von Ulmen überschattet,
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An dem der Mittagsschlaf ihn ungesucht beschleicht;
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Im Garten eine Sommerlaube,
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Wo, zu der Freundin Kuß, der Saft der Purpurtraube,
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Den Thasos schickt, ihm wahrer Nektar deucht;
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Ein Nachbar, der Horazens Nachbarn gleicht,
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Gesundes Blut, ein unbewölkt Gehirne,
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Ein ruhig Herz und eine heitre Stirne,
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Wie vieles macht ihn reich! Denkt noch Musarion
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Hinzu, und sagt, was kann zum frohen Leben
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Der Götter Gunst ihm mehr und bessers geben?
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Die Weisheit nur, den ganzen Wert davon
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Zu fühlen, immer ihn zu fühlen,
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Und, seines Glückes froh, kein andres zu erzielen!
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Auch diese gab sie ihm. Sein Mentor war
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Kein Cyniker mit ungekämmtem Haar,
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Kein runzligter Kleanth, der, wenn die Flasche blinkt,
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Wie Zeno spricht und wie Silenus trinkt:
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Auch lernt' er gern, und schnell, und sonder Müh,
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Die reizende Philosophie,
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Die, was Natur und Schicksal uns gewährt,
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Vergnügt genießt, und gern den Rest entbehrt;
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Die Dinge dieser Welt gern von der schönen Seite
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Betrachtet; dem Geschick sich unterwürfig macht,
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Nicht wissen will was alles das bedeute,
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Was Zeus aus Huld in rätselhafte Nacht
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Vor uns verbarg, und auf die guten Leute
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Der Unterwelt, so sehr sie Toren sind,
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Nie böse wird, nur lächerlich sie findt
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Und sich dazu, sie drum nicht minder liebet,
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Den Irrenden bedaurt, und nur den Gleisner flieht;
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Nicht stets von Tugend
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Doch, ohne Sold und aus Geschmack, sie
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Und, glücklich oder nicht, die Welt
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Für kein Elysium, für keine Hölle hält,
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Nie so verderbt, als sie der Sittenrichter
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Von seinem Thron – im sechsten Stockwerk sieht,
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So lustig nie als jugendliche Dichter
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Sie malen, wenn ihr Hirn von Wein und Phyllis glüht.
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So war, so dacht und lebte Phanias,
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So tat er wohl, zu sein, zu denken und zu leben,
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Ward aus dem Manne, der so gerne – Sphären maß?«
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Gut, daß ihr fragt, den hätt ich rein vergessen
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Er ward in einer einzgen Nacht
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Zum γνωϑι σεαυτον in Chloens Arm gebracht;
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Er fand er sei nicht klug, und lernte Bohnen essen.
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»und Herr Kleanth?« – Der kroch, so bald die Mittagssonne
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Ihn aufgeweckt, ganz leise auf den Zehn
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Aus seinem Stall – vielleicht in eine
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Kurz, er verschwand, und ward nicht mehr gesehn.