Ich wollt, ich wär Polizeiminister

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Georg Weerth: Ich wollt, ich wär Polizeiminister (1839)

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Ich wollt, ich wär Polizeiminister,
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Da ließ ich alle Leut arretieren,
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Da ließ ich die schönsten Frauen schier
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Mir all ins Gefängnis führen.

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Da sollten sie schmachten in Seide und Samt,
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In Troddel und goldener Frange,
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Da sollten sie essen Ambrosia
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Und trinken den Wein der Champagne.

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Und ach, im Verhöre geheimnisvoll,
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Wie würden sie leis mir verkünden
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Die lange, die liebliche Litanei
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Von ihren galanten Sünden.

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Der Blonden gäbe ich vierzig Küß,
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Und mit achtzig straft ich die Braune,
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Doch ein schwarzes Weib verdammt ich zumeist –
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Die Gerichtsschreiber lachten wie Faune.

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Und der Herr Prokurator würdevoll,
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Der spräche mit vielem Pathos:
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»ich wasch meine Hände in Regenwasser
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Und in Unschuld wie Pontius Pilatos.«

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Ja, staatsgefährlicher als Rebelln
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Ist – Oh, ins Gefängnis schickt sie! –
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Eine einzige kleine Frau mit ihrem
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Süßen Corpus delicti.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Weerth
(18221856)

* 17.02.1822 in Detmold, † 30.07.1856 in Havanna

männlich, geb. Weerth

| Malaria

deutscher Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann

(Aus: Wikidata.org)

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