Das ist das Haus am schwarzen Moor

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Georg Weerth: Das ist das Haus am schwarzen Moor (1839)

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Das ist das Haus am schwarzen Moor!
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Wer dort im letzten Winter fror,
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Der friert dort nicht in diesem Jahr –
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Er sank schon längst auf die Totenbahr.

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Das ist das Haus am schwarzen Moor,
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Das Haus, wo der alte Jan erfror.
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Zur Tür gewandt das weiße Gesicht,
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Starb er und wußt es selber nicht.

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Er starb. – Da kam, wie ein scheues Reh,
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Der Tag und hüpfte über den Schnee.
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»guten Morgen, Jan! Guten Morgen, Jan!« –
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Der Jan keine Antwort geben kann.

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Da erhuben die Glocken ihr hell Geläut,
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Sie sangen und klangen und riefen so weit:
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»guten Morgen, Jan! Guten Morgen, Jan!« –
16
Der Jan keine Antwort geben kann.

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Da kamen die Kinder aus der Stadt:
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»wir wissen, wie lieb er uns alle hat;
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Guten Morgen, Jan! Guten Morgen, Jan!« –
20
Der Jan keine Antwort geben kann.

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Tag, Glocken und Kinder er nicht verstund.
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Da nahte die sonnige Mittagsstund,
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Da nahte ein armes Weib: »Mein Jan,
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Willst essen und trinken nicht, alter Mann?

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Sieh, was ich brachte dir aus der Stadt;
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Sollst froh nun werden und warm und satt!« –
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Die Alte sah lange auf ihren Jan,
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Da fing sie bitter zu weinen an.

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Da weinte sie an dem schwarzen Moor,
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Am Moor, wo der alte Jan erfror;
31
Da weinte sie ihr brennend Weh
32
Hinunter in den kalten Schnee.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Weerth
(18221856)

* 17.02.1822 in Detmold, † 30.07.1856 in Havanna

männlich, geb. Weerth

| Malaria

deutscher Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann

(Aus: Wikidata.org)

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