Herüber zog eine schwarze Nacht

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Georg Weerth: Herüber zog eine schwarze Nacht (1839)

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Herüber zog eine schwarze Nacht.
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Die Föhren rauschten im Sturme;
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Es hat das Wetter wild zerkracht
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Die Kirche mit ihrem Turme.

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Zerschmettert das Kreuz, zerdrückt der Altar,
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Zermalmt das Gebein in den Särgen –
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Die gotischen Bögen wälzen sich
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Donnernd hinab von den Bergen.

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Zum Dorfe stürzt sich Turm und Chor
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Als wie zu einem Grabe –
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Da fährt entsetzt vom Lager empor
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Und spricht zur Mutter der Knabe:

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»ach Mutter, mir träumte ein Traum so schwer,
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Das hat den Schlaf mir verdorben.
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Ach Mutter, mir träumte, soeben wär
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Der liebe Herrgott gestorben.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Weerth
(18221856)

* 17.02.1822 in Detmold, † 30.07.1856 in Havanna

männlich, geb. Weerth

| Malaria

deutscher Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann

(Aus: Wikidata.org)

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