18.

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Georg Weerth: 18. (1839)

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Ich ließ das Roß zu Tale lenken,
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Da traf ich zwei Gesellen fein,
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Das war in einer alten Schenken
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Der rote und der weiße Wein.

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Sie sahn mich an aus großen Krügen,
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Wie Gold und Rosen schauten sie.
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Mein Herz empfand ein still Vergnügen,
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Mir ward, ich wußte selbst nicht wie.

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Kaum sah ich hell den Weißen funkeln,
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Da half kein Bitten und kein Flehn.
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Und sah ich, ach, den Roten, Dunkeln –
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Da war es gleich um mich geschehn!

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Wollt wandern ich am Morgen gerne:
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Sah mich der Rote lockend an.
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Und wollt ich ziehn beim Glanz der Sterne –
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Hatt's mir der Weiße angetan!

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Mir war's, zwei tolle Teufel zwackten,
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Der ein am Bart mich armen Tropf,
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Indes des andern Fäuste packten
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Und zögen mich an meinem Zopf.

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Sie zogen mich von Nacht bis Morgen,
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Zwackten von Woche mich zu Mond:
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Und Jahr und Tag hab ich verborgen
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Bei den Gesellen schon gewohnt.

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Nun oft, wenn in den Lindenbäumen
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Der stille Mond spazierengeht:
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Da ist's, daß mir ein seltsam Träumen
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Leis schauernd durch die Seele weht.

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Da träum ich wohl: die alte Schenke,
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Die würde endlich still und leer –
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Sie brach zusammen – und ich tränke
32
Wohl nimmer Oberingelheimer mehr.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Weerth
(18221856)

* 17.02.1822 in Detmold, † 30.07.1856 in Havanna

männlich, geb. Weerth

| Malaria

deutscher Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann

(Aus: Wikidata.org)

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