12.

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Georg Weerth: 12. (1839)

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Auf meiner Lippe brennend Rot
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Blüht nun die fürchterlichste Not,
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Da blüht wie auf verdorrter Flur
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Das bittre Kraut des Durstes nur.

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Zwar hab ich frühe schon und spät
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Versucht, was mich kurieren tät:
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Liebfrauenmilch genoß ich schon
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Als neugeborner junger Sohn.

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Und frischte drauf den trocknen Schlund
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Mit Wein aus Spanien und Burgund.
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Ja mehr des goldnen Weins ich trank,
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Als Regen auf die Felder sank,

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Als Wasser einst im Meere floß,
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Drin Pharao mit Mann und Roß
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Zugrunde ging! Ja Wein soviel,
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Als Wasser übern Rheinfall fiel! –

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Doch immer, wie zu alter Zeit,
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Plagt mich dasselbe Kreuz und Leid;
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Es stachelt mich des Durstes Dolch,
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Als bissen Schlangen mich und Molch.

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Und preßtet ihr am ganzen Rhein
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All Trauben in ein Faß hinein:
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Ich tränk es aus auf einen Zug –
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Und hätt noch immer nicht genug.

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Und nähmt ihr aus dem ew'gen Rom
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Die Kuppel von Sankt Petri Dom
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Und fülltet sie mit rotem Wein –
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Der Becher wär mir noch zu klein!

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Drum hab ich lange schon gesagt:
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O schrecklich, wen das Dürsten plagt!
31
Er ist wie ein verlaßnes Kind,
32
Das nirgends Ruh und Freude find't.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Weerth
(18221856)

* 17.02.1822 in Detmold, † 30.07.1856 in Havanna

männlich, geb. Weerth

| Malaria

deutscher Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann

(Aus: Wikidata.org)

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