24.

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Georg Weerth: 24. (1839)

1
Sie zog ihre weißen Strümpfe an,
2
Sie steckte den Fuß in den kleinen Schuh,
3
Und als sie das Röcklein angetan,
4
Da band sie's mit blauen Bändern zu.

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Und schaute dann in den Spiegel voll Hast
6
Und schaute von dieser und jener Seit
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Und hätte sich, ach, verwundert fast
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Ob ihrer eigenen Lieblichkeit.

9
Denn schwarz war ihr Haar wie die schwarze Nacht
10
Und licht ihre Stirn wie der lichte Tag
11
Und röter der Mund wie Rubinenpracht –
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Und der Schelm ihr in beiden Wangen saß.

13
Und wie zwei Hügel wölbten sich,
14
Wohl schöner als bei Elfen und Feen,
15
Zwei Brüstelein also wonniglich
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Wie je ein Menschenkind gesehn.

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Und die Augen blitzten! Und also schlank
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Flog sie bald im Tanze herum.
19
Vor Liebe wurden die Jungen krank,
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Und die alten Leute wurden dumm.

21
Und der reiche Mann vergaß sein Geld
22
Und der arme Mann seinen Kummer ganz,
23
Und der Bauer vergaß sein Pflug und Feld
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Und der Pfaff sein Kreuz und Rosenkranz.

25
Aus den Nestern schauten die Schwalben klug,
26
Und es stieg der lange Storch vom Dach,
27
Und der hölzerne Sankt Peter schlug
28
Vom Gesims herunter und zerbrach.

29
Und die Säufer hielten im Trunke ein,
30
Und die Schwarzwälder Uhren blieben stehn.
31
Und also tanzte ihr flinkes Bein,
32
Daß die Sonne fast mochte nicht untergehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Weerth
(18221856)

* 17.02.1822 in Detmold, † 30.07.1856 in Havanna

männlich, geb. Weerth

| Malaria

deutscher Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann

(Aus: Wikidata.org)

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