16.

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Georg Weerth: 16. (1839)

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Maria war von lichtem Scheine,
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Sie hatte ein lieb Gesicht.
3
Das wußten die Burschen am ganzen Rheine –
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Maria wußte es nicht.
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Sie setzte sich unter die alte Linde,
6
Sie wand einen vollen frischen Kranz,
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Aus Rosen machte sie ein Gewinde
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Und sprach: »Nun denk ich an meinen Franz.

9
Nun denk ich an die stille Stunde,
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Wo zuerst er aus dem Walde trat,
11
Wie er mich drüben im Wiesengrunde
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Um meine blaßblaue Schleife bat;
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Wie er mich in die Dorfesschenke
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An seinem Arm geführt zum Tanz,
15
Und wie wir getanzt – ach Gott, ich denke,
16
Ich denke nur immer an meinen Franz.

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An meinen Franz! Wie im schmucken Kleide
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Als Soldat er vor die Tür gesprengt,
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Wie er geküßt meine Lippen beide
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Und von Gold mir diesen Ring geschenkt;
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Und wie er am Roß mich emporgehoben,
22
Das Auge voll Tränen ganz,
23
Wie die Waffen geklirrt und die Reiter stoben
24
Hinweg – und hinweg mein Franz!

25
Und wie ich die langen Winternächte
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In Kummer verlebt und immer gedacht:
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Wo er weilen möcht, ob er mein gedächte –
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Bis zum Rhein man die blutige Locke gebracht.
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Bis alle kamen – nur nimmer der eine!« –
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Da ward sie still, ihr entsank der Kranz.
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Aufrauschte die Erle im nahen Haine,
32
Und sie weinte um ihren toten Franz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Weerth
(18221856)

* 17.02.1822 in Detmold, † 30.07.1856 in Havanna

männlich, geb. Weerth

| Malaria

deutscher Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann

(Aus: Wikidata.org)

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