So schön war noch kein Tag

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Arno Holz: So schön war noch kein Tag Titel entspricht 1. Vers(1896)

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So schön war noch kein Tag:
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Marieen-Würmgens fligen/
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itzt kan wer will und mag
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in nichts wie Bluhmen ligen.
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Der Himmel gläntzt gantz blau/
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vom Wald her blühn die Linden/
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lässt sich fast nakkligt finden.
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Kaum ümbflohrt von zahrten Bändern/
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siht man sie am Bach-Rand schländern/
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wo sie sich des offtern bükkt
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und Vergißmeinnichtgens pflükkt.

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Die Zeit lacht alles an.
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Die glatten Fischgens jappen/
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kan kaum noch Othem schnappen.
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Sein Köcher hängkt verruttscht/
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die Brunnen Silber sprizzen/
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ein Zikklein zulpt und zuttscht
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an seiner Mutter Zizzen.
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Zwischen weiß-bewollten Schaffen
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sind gar Zweene eingeschlaffen/
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unter einem Mandel-Baum
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äfft sie ein verfalschter Traum ...

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Wächst dort ein Wölckgen groß?
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Glüzzt nicht sein Rand metallen?
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Ein Rukk/ ein Dampff/ ein Stoß/
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die Erde birst mit Knallen!
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Rauch/ Qwalm und Schwefel-Stanck
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füllt plotz die schwartzen Lüffte/
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der Hellen-Riegel sprangk/
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uhroffen stehn die Grüffte!
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In ihr grässliches Erstaunen
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blahsen schüttrend die Posaunen:
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Holla auff zum Haltz-Gericht/
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wo der HERR sein Urthel spricht!

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Für Grauen störtz ich hin:
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Mulm/ Modder/ Wuhst und Särge!
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Ich weiß nicht/ wo ich bin/
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das Hahr steht mir zu Berge!
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Der Mohnd schwimmt wie auß Bluht/
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die Welt-Gewässer brausen/
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ob der erzörnten Fluht
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siht man Komehten sausen!
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Aller Enden/ aller Ekken/
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Rüppen/ Beiner/ Scheddel blekken/
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auffgeschrekkt von seinem Schmauß/
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ringelt sich ein Ottern-Grauß!

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Der sucht nach seinem Schopff/
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dem fehlt noch blohß der Daumen/
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ein abgefleischter Kopff
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käut Vipern mit den Gaumen.
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Die dausend Jahre dodt/
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die gestern erst verblichen/
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sind wihder fast wie roht/
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nichts prangt schon ausgestrichen.
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Dihser gläntzt gantz jung an Jahren/
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wie er einst dahin-gefahren/
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jener stinckt durch sein Gesäß/
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wie ein alter Zihgen-Käß!

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Ihr dort im Marter-Pfuhl/
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die Schrifft hat nicht gelogen!
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Auß Demant steht sein Stuhl
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auff einem Regen-Bogen!
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Ümb ihn/ wie Sand am Meer/
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die Frommen froh gemuhtet/
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noch stäkkt in ihm der Speer/
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die Dornen-Krohne bluhtet!
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Er/ ümb den sich die Planeten
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wie die Würbel-Winde drehten/
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Qwal-voll zukkt sein süsser Mund –

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Die lezzte Trompte trompt/
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die Lufft durchstösst ihr Rufen:
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»kombt alle/ kombt/ kombt/ kombt/
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ruttscht-an die steile Stufen!
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Nichts nizzt mehr kein Gekreisch/
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nichts hilfft kein Handzerwringen/
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da sämbtlich alles Fleisch
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muß auß den Gräbern springen!
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Keines Schultren/ keines Haxen
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fäulen mehr mit Graß bewachsen/
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drümb so dröhnt mein Tuba-Thon/
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euer Richter wartet schon!

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So schwärmbt kein Bihnen-Schwarm
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und wan sich hundret mischten/
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wie itzt auff den
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die frembde Völcker gischten.
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Hihr gährt waß
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dort wimmeln
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die dort sah
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wer kännt/ wer zählt die Schaaren?
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Die in Griechenland verblassten/
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die in
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alles drängt sich rund rümb lang
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ümb die große Rechen-Banck!

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O Forcht/ du nichts wie Forcht/
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du rächendes Gewissen/
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wer nie nach dir gehorcht/
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itzt ächtzt er hin-geschmissen!
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Er weiß: der Alles wigt/
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wigt auch das kleinste Qwintgen!
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Von seiner Wage fligt
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kein Splittergen/ kein Splintgen!
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Rächts-her wehn Violdigammen/
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lincks-her bläueln schon die Flammen/
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alles schlattert/ jedes fühlt/
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wie in ihm der Angst-Wurm wühlt!

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He/ faule Fillis/ auff!
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Entzeuch dich deinem Bette!
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Dort/ stell dich in den Hauff/
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zu Doris und Babette!
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Däkk deine Brüste blohß!
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Zeig deine Kugel-Waden!
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In die Zinober-Schooß/
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versuchs doch ihn zu laden!
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Durch kein listiges Versprechen
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wirstu Luder ihn bestechen!
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Dihsem klingt nicht mehr
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dein verbuhltes Lust-Gestöhn!

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dein Seiger hat geschlagen!
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Stopffstu im Wein-Hauß noch
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dir deinen Schwartenmagen?
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das gantze freche
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kläbt fäst noch bey-einander!
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ihr Gebrüll zu überjuchen/
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biß ihn jach der Teuffel pakkt/
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rittsch und ihm das Rükk-Grad knakkt!

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Auff Knyen lihg ich do.
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Ich Wurm/ ich arme Made!
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Mir ist so durchauß froh/
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schon rührt mich nichts alß Gnade!
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Wordrauff ich fäst verträut
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die gantze bittre Jahre:
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mein Geist hat sich verneut/
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mein Leib drukkt keine Bahre!
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Eines Stimme hör ich sprechen/
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daß mir fast die Sinne brechen:
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Komm und sizz auff dihsen Trohn/

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O allzu großer Gott!
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Nun ist mein Hertz genesen!
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Nun spühr ich sonder Spott
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Dein aller-tieffstes Wesen!
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Waß vor mich so beschwehrt/
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Dein Grimm/ Dein Gifft/ Dein Wühten/
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im Huy hat sichs verkehrt
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in lautter Rohsen-Blühten!
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For mein Kämpffen/ for mein Ringen/
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darff ich Dir itzt Palmen schwingen/
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der ich bey den Säuen saß
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und fast nichts wie Träber fraß!

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Dein Groll auff mich zerschwand.
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O Wunder aller Wunder!
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Der Welt ihr eytler Tand
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fiel von mir wie auß Zunder!
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Mein Leib lacht leuchtend weiß/
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die süssen Serafinen/
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die Heiligen im Kreiß
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bemühn sich/ mir zu dienen.
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Eins mit
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lausch ich/ wie der saure
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qwer durch alle Ewigkeit

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Arno Holz
(18631929)

* 26.04.1863 in Kętrzyn, † 26.10.1929 in Berlin

männlich, geb. Holz

Journalist, deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus (1863-1929)

(Aus: Wikidata.org)

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