Augen/ schwartze Feuer-Ballen/

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Arno Holz: Augen/ schwartze Feuer-Ballen/ Titel entspricht 1. Vers(1896)

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Augen/ schwartze Feuer-Ballen/
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und du Gold-geflammtes Hahr/
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soll ich denn itzt gantz und gar
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ümb euch in Bedrühbniß fallen?
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Blohß weil ich fast über hoffen
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gestern sie im Teich bedroffen?
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Blohß weil ich mich unterstund/
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daß ich waß zu reitzend fund?

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durch den grünen Sommer-Wald
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dummelte sich manigfalt
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ihre weiß-bewollte Heerde.
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Unter Püschen/ die kaum wichen/
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hatte ich sie schlau beschlichen;
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gantz von Farrnen dikk bedäkkt/
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hielt ich heymlig mich verstäkkt.

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Zwischen zweenen Büchen-Esten
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hing benebst dem Schäffer-Stokk
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ihr geblühmbter Athlaß-Rokk
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bey dem gönstigsten Süd-Westen.
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Strümpffgens/ Stökkel-Schühchens/ Hösgens/
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all die lihben netten Chösgens/
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bundt sie mit geübter Hand
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an ein Rohsen-rohtes Band.

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Itzt so worff sie ab ihr Mihder/
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itzt so glitt ihr Hembd ins Graß/
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das bolihrte Nimpffen-Naß
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spihgelte sie blizz-blanck wihder.
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Ihre wohl-geformte Länge
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bracht mich selig ins Gedränge;
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nichts nicht/ waß sich mir nicht bot/
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vor Vergnügen lag ich dodt!

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Zahrt farbirt die süssen Bäkkgen/
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stund sie munter in dem Klee/
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schöner noch alß
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ohne irgend jedes Gäkkgen.
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Ümb die himmlisch runde Dinger
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spihlten die verlihbten Finger/
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beyde Ackseln kunt ich sehn/
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die voll göldner Härgens stehn!

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brohbend hub sie erst ihr Bein/
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dan so tukkte sie sich dreyn/
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wo die feuchte Fischgens schwummen.
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Weiß die Schultern/ weiß die Waden/
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so pflag
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itzt halb für und itzt zurükk/
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o du schönes Meister-Stükk!

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Sollt ich schimpfflich für ihm fleuchen?
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Dihses war for mir zu vihl.
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kunt ich mich nicht mehr entzeuchen.
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Ümb hihr niemand zu verdriessen/
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müßt ich fast mein Singen schliessen;
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waß ich flehte/ waß ich bat/
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war daß eine Frevel-Dhat?

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Schon fast drey mahl dreyzehn Stunden
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zörnt mir ihr erhabner Geist;
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die mein Lied alß Dafne preist/
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blihb mir leider ohnverbunden.
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Ümmer steh ich noch und harff ich:
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Muhßgen/ Pumpel-Maußgen/ darff ich?
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Lässt du mich zu dir nicht eyn?
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Daß ist mehr denn Hellen-Pein!

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Ümb den Haltz die Sternen-Kette/
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dritt Frau
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itzt verrihgelt sie die Dhür/
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itzt begiebt sie sich zu Bette!
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Dafnis/ dieser hoch-gelehrte/
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der von Schäffrinnen verehrte/
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Dafnis/ dihser theure Mann/
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schluchtzt itzt laut-auff waß er kan!

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Rauher Donner-Worte Knallen
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jug mich auß dem Baradihß;
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ach/ die Aller-schönste lihß
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ihren Unmuht auff mich fallen!
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Dorime/ nach der ich ächtzte/
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der ich meinen Jammer krächtzte –
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weinend irr ich hin und her:
77
so ein Unmäntsch lebt nicht mehr!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Arno Holz
(18631929)

* 26.04.1863 in Kętrzyn, † 26.10.1929 in Berlin

männlich, geb. Holz

Journalist, deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus (1863-1929)

(Aus: Wikidata.org)

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