Der mehr alß Winter wich/

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Arno Holz: Der mehr alß Winter wich/ Titel entspricht 1. Vers(1896)

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Der mehr alß Winter wich/
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die Täubgens schnäbeln sich/
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der Hahn/ der Hühner-Mann/
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tukkt seine Klokk-Hän rann.
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Das Späzzgen drukkt sich schlau
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an seine Späzzgen-Frau/
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kortz/ alles was blohß bihbt/
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ist itzo scharff verlihbt.

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Mein Hütgen schieff aufs Ohr/
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spazzir ich für das Thor
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und zwürble mir den Bahrt
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so rächt nach Schäffer-Ahrt.
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Du schwartz-braun Mädichin/
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zu dir ziht es mich hin;
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am bundten Bluhmen-Blazz
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erwartestu den Schazz.

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Ey/ ey/ waß soll daß seyn?
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Bün ich hihr gantz allein?
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Der Bluhmen-Pöfel brahlt/
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wie von
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Die Amstel brohbt im Grund
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den qvitten-geelen Mund/
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die Sonne blintzt ins Moos/
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mein Gott/ wo bleibstu blohß?

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Dein auff gerolltes Hahr
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entzükkt mich gantz und gar;
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ich sag es glatt herauß/
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ich mache mir waß drauß!
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Das allerbäste Kraut
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räucht schlächt für deine Haut/
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sie fässt sich an for mir
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wie feinstes Bost-Bappihr!

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Dein Mund auß Carmesin
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ist spanischer Jeßmin/
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dardrin hält sich verstäkkt
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candirtes Hertz-Confäkkt.
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Der Lihbe Malvasir
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geneußt man nur zu zwihr/
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kom/ spihle mir waß for
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auff dihsem Haber-Rohr!

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Waß dir das Mihder füllt/
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ist dünn mit Flohr verhüllt/
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sälbst waß dich hindten zihrt/
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ist Oepffel-rund formirt.
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Zurlezzt/ halb Süd/ halb Nord/
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der stähts erwüntschte Port/
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von Myrthen dikk umbrirt
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und den Zinober zihrt.

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Itzt Feuer und itzt Eyß/
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bald wird mir kalt/ bald heiß/
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fast ist das gantze Graß
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von meinen Threnen naß.
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Du höchst belihbtes Zihl
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for meinen Fehder-Kihl/
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du ohngemeines Licht/
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kömbstu noch ümmer nicht?

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Schon fällt ein kühler Tau/
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die Wälder werden blau/
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die Nachtigall schon schlagt/
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die kleine Gottes-Magd.
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Botz dausend schlapperment/
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nimbt daß denn gar kein End?
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Dorillgen/ süsses Thier/
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mich küzzelt so nach dir!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Arno Holz
(18631929)

* 26.04.1863 in Kętrzyn, † 26.10.1929 in Berlin

männlich, geb. Holz

Journalist, deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus (1863-1929)

(Aus: Wikidata.org)

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