Eichendorff

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Arno Holz: Eichendorff (1896)

1
Ferndrüben hinter den Bäumen
2
Ist eben ein Glöcklein verhallt,
3
Nun will ich hier liegen und träumen
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Den Mittag im stillen Wald.

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Hoch über mir rauschen die Wipfel
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Und kühl herweht's aus der Kluft,
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Und fernhin verschwimmen die Gipfel
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Der Berge in bläulichem Duft.

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Verschlafen zwitschern und nicken
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Die Vögel im grünen Tann,
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Und wie verzaubert blicken
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Die wilden Rosen mich an.

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Nun wird mir vor Weh und vor Wonne
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Das Herz so weit, so weit!
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Und ich denk an die goldene Sonne
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Der schönen Jugendzeit.

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Da sang ich so lustige Weisen
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Und ward es doch nimmer müd,
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Denn herrlich ist es zu reisen,
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Zu reisen im sonnigen Süd!

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Dort raunen die Brunnen und rauschen
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Verschlafen die ganze Nacht,
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Und Marmorbilder lauschen,
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Wenn die Sternlein am Himmel erwacht.

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Dann singen die Mandolinen
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Das alte Lied von den Zwei'n,
27
Und in sinkende Tempelruinen
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Spinnt silbern der Mond sich ein.

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Von einer Vigne zur andern,
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Dahin über Thäler und Höhn,
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Wie träumend sang ich im Wandern:
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O Welschland, wie bist du doch schön!

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Doch, Herz, hör auf zu träumen,
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Denn dahin ist die alte Zeit,
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Und über dir rauscht in den Bäumen
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Die grüne Einsamkeit.

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So manche seiner Flocken
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Blies mir der Winter aufs Haupt,
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Und meine braunen Locken
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Sind alle schon grau verstaubt.

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Nur du, mein Herz, bliebst das alte
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Und schlägst noch so süss, so süss –
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O, dass dich dein Herrgott erhalte:
44
Gott grüss dich, mein Herz, Gott grüss!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Arno Holz
(18631929)

* 26.04.1863 in Kętrzyn, † 26.10.1929 in Berlin

männlich, geb. Holz

Journalist, deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus (1863-1929)

(Aus: Wikidata.org)

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