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Ich kenn ein höllisch Volck, die Brüder der Erinnen,
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Ein Art, von aussen Gold und lauter Koth von innen;
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Von diesen trägt mein Sinn mich was zu singen her;
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Wird iemand abgemahlt, geschiht es ohngefehr;
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Es ist niemand genennt. Ich nenne sie Poeten
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Der Freundschafft und der Treu, die nimmer nie erröthen
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Vom Blut der Redligkeit, die in der schnöden Kunst
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Der Schmeich- und Heucheley gelehrt sind, die die Gunst,
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Die keiner keinem trägt, bey andren dennoch suchen
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Durch Dienst und Höfligkeit, der starck wird widersprochen
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Von Erbarkeit und Zucht, die mit der Kauffmannschafft
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Und schmutzigem Gewerb in Worten sind verhafft,
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Die hinten sauer sehn und fornen liebekosen,
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Die Dörner in dem Sinn, im Munde führen Rosen,
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Bey denen Zung und Hertz zum Ehbruch einig sind,
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Daß iedes Wort, das wird, ist wie ein Huren-Kind.
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Und hier hat nun der Fuchs, der arge Fuchs, die Ehre,
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Daß er mit stummem Mund uns derer Würde lehre,
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Von denen Musa singt, so daß sein rother Schwantz
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Bleibt ihrer Thaten Kron und eigner Lorberkrantz.
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Ich solte zwar die Zeit so nichtig zu vertreiben,
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Die Feder solt ich auch vergeblich ab zu schreiben
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Noch in bedencken stehn; deß Hofes Krätze-Sucht
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Wird billich nicht beschaut, wird billich nur verflucht;
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Iedoch was gleich nicht gut, ist dennoch gut zu nennen,
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Ist nützlich zu verstehn, ist nöthig recht zu kennen;
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Drum fahr ich weiter fort zu bilden einen Mann,
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Der Reinkens Hintertheil im Waffen führen kan.
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Sein Augen triffen stets; er wil mit nichten sehen,
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Was unrecht, schlimm, krumm, falsch, was billich zu verschmähen
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Und wider Tugend stöst; die Zunge, die spatzirt
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Den Weg durch lauter Lob, lobt, was sich nicht gebührt
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Und lästert, was doch taug, und tauscht für fette Lügen
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Die dürre Warheit auß. Es muß sich zierlich fügen
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Furcht, Eifer, Wunderung bey seinen Reden ein;
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Mit Blumen muß sein Wort als wie bekräntzet seyn
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Von Ach! O! Ey! und Ja! er kan die Tittel mästen,
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Trägt stets den fetsten auff, zeucht stets herfür den besten,
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Iedoch nur, wann man da; der Rücken siht es nicht;
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Der Stirne steckt er für solch helles Ehren-Licht.
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Sein Hertz ist leer von Mut, von Tapffrigkeit die Sinnen;
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Drum thut er nichts um Ehr, nur alles um gewinnen;
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Die Zung ist ein Soldat: sie dient und bringt hervor,
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Was nur um Sclaverey hört gern ein fremdes Ohr;
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Obs wahr sey, was er sagt, drauff mag ein andrer fragen;
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Er fängt es drauff nicht an; er wil nur dieses sagen,
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Was Anmut gibt und Gunst; er hat nur diß studirt,
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Wie mit Ergetzligkeit man treugt, berückt, verführt.
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Er treibt Philosophey, die auff die Kunst zu lügen
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Gibt Regel und Gesetz, die schicken, schmügen, biegen,
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Um zu gefallen, lehrt, die allen Fluch und Schwur
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Dem Wasser und der Lufft heist geben in die Spur.
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Drauß nimmt er alle Witz; die braucht er, eitle Sinnen
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Zu treiben auff mit dem, was sie nicht fassen künnen,
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Als wie der albre Frosch sich streckt, hebt, bleht und schwellt
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Und sich und sein Coax für Ochs und brüllen hält,
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Daß sie, die höher so sich halten als sie gelten,
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Muß billich alle Welt, er selbst für Jecken schelten.
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Er kitzelt seinen Freund, biß daß er ihn ersteckt,
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Läst schlafen ihn zu tod, in dem er ihn nicht weckt
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Durch Warheit auß dem Wahn, pflegt Zeitung um zu tragen,
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Macht theuer, die er trägt, sagt selbst, läst von sich sagen,
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Er sey der beste Freund, dem Namen nämlich nach.
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Leibeigen wird er dem, bey dem er gut Gemach
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Für seinen Leib vermerckt, und der ihn außstaffiret
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Mit dem, was Vorthel bringt, mit dem, was Speck gebieret.
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Sagt aber nichts der Zeug in seiner lincken Brust?
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Zu diesem spricht er: Schweig, schweig! wilstu nicht, du must!
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Trit sein Gewissen auff, wil Klag und Urthel führen,
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O, das gesteht er nicht, es wil sich nicht gebühren,
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Daß einer Kläger, Zeug und gar auch Richter sey.
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Ietzt stopfft er ihm das Maul durch süsse Schmeicheley
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Und heuchelt ihm so selbst; ietzt reist mit allen Kräfften
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Der Furcht für Gott wol gar er endlich auß den Hefften.
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Sonst ist ihm alles Thun ein leichtes Thun. Ein Stein
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Von Farben, wie er wil, muß ein Geselle seyn
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Dem schlauen Polypus; so fein kan er sich schmügen
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Nach seinem Fug und Nutz; so fein kan auch sich fügen
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Zu Orth, Zeit und Person der bundte Heuchelmann,
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Der sonst für sich ist nichts als wie ihn nur zeucht an
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Sein grosser Gunst-Patron; der ist nun seine Sonne,
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Nach dem sich richt und kehrt der Schaten seiner Wonne,
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Und er ist dessen Aff und schwätzig Papagey,
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Der, was er thut und sagt, thut, sagt und glaubt, es sey
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Das ärgste, köstlich Ding, so daß er seinen Geifer
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Für himmlisch Nectar leckt. Zu allem muß seyn Eifer
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Zur Folge blicken rauß. Spricht wo sein grosser Mann:
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Mir ist gewaltig warm! so trucknet er die Stirne,
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Eröffnet sein Gewand, entdecket sein Gehirne,
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Ob schon für grimmen Frost deß Daches Nagel springt.
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Spricht jener: mir ist kalt! ob gleich die Tropffen zwingt
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Die Hitz auß seiner Haut, so wird er dennoch zittern
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Und ließ ihm auch im Augst sein Kleid mit Füchsen füttern.
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Geschieht es, daß zur Zeit sein halb-Gott außspatzirt,
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So ist er wie sein Ziel, drauff er zusammen führt
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Sein Augen, Zung und Sinn; es ist ein himmlisch Glücke
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So sonsten, wen er labt mit einem Wort und Blicke
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Und nickt ihm mit dem Kopff. Er kennt sich selbsten nicht,
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Wie lang da sey sein Maß, wie schwer sey sein Gewicht,
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Auff daß er, wann er sich für gar zu glücklich schätzte,
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Nicht etwa ohngefehr und wust wo abesetzte
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Von angenommner Art. Wann er sein eignes Lob
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Wie wider Willen zehlt, so macht ers nicht zu grob;
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Er braucht Bescheidenheit, gibt aber zu vermercken,
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Es stecke mehr im Sack, und er sey nach den Wercken,
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Nicht nach den Worten werth. An seines Günners Mund,
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Wann dieser etwas spricht, ist er durch festen Bund
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Verklammert und verschraubt; als wann mit Honig-Flüssen
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Und andrem süssen naß die Lippen sich ergüssen,
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So leckt, so schmutzelt er, thut, wie vor Zeiten that,
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Der auß dem Dreyfuß her zu Delphis lauscht auff Rath.
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Sagt jener aber was, das billich ist zu loben:
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Hilff Gott, wie hebt er an zu gauckeln und zu toben!
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Zu wenig sind die Händ, es ist kein Glied befreyt,
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Das ihn mit wundrem Brauch nicht ehrt und benedeyt.
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Manchmal da preist er auch den, der gleich nicht zur Stelle,
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Schaut aber, daß alsdann er dieses Urthel fälle,
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Wann wer verhanden ist, der solches bald trägt hin;
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Zu Zeiten pflegt er dann mit sich seitab zu ziehn,
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Dem seines Meisters Ruhm in sichres Ohr er lege
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Doch also, daß der Schall noch finde seine Wege
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Auch in deß Freundes Ohr, der dort von ferne steht
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Und merckt, daß so sein Nam ie mehr ie ferner geht.
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Wolan, hierum wolan! man lasse mir passiren
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Den, der durch so viel klug sich sicher ein kan führen
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Bey dieser Zeiten Sturm ins guten Glückes Port!
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(hier geht es ziemlich an; doch weiß ich nicht, wie dort.)
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Allein es ist noch mehr, daß diesen Proteus zieret
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Und auff die hohe Banck der Weisen einquartiret:
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Es ist ein heilsam Artzt, der solche Salb ertheilt,
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Die alle Wunden schmiert (nie aber keine heilt);
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Er putzt ein iedes mahl; er schmüncket alle Flecken,
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Weiß iedem seinen Fehl und Ungestalt zudecken;
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Er ist ein Huren-Wirth und kuppelt iedem bey
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Von Schanden, was er wil, von Sünden mancherley.
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Ein Mahler ist er auch, der alle Laster schönet
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Zu einer Helena, der alles Arg versöhnet
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Und gerne selbsten stifft, und nimmt sich ernstlich an,
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Der Bosheit auff den Dienst zu warten, wie er kan.
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Bekennt er, böses thun sey nicht für Nutz zu rechen,
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Gesteht er, grober Fall sey nur ein klein Verbrechen,
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So hat sein Ansehn er nicht schlechtlichen gekränckt
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Und mehr von seinem Recht, als ihm gebührt, enthenckt.
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Ein wohlgeschickter Kopff und dessen sondre Gaben,
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Die haben es verdient, daß sie die Freyheit haben
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Zu thun, was sie gelüst: die Jugend ist ja werth,
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Daß man an ihr den Zaum nicht allzu kurtz begehrt;
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Soll böses böse seyn, hats dennoch diese Güte,
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Daß es dem Leibe leicht und unschwer dem Gemüte,
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Daß es gefällig sey, und daß es lieblich sey
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Und von gemeiner Zunfft macht höhre Geister frey.
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So meint er und gibt für, daß Redligkeit der Sinnen
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Nur tölpisch Einfalt sey und bäurisches Beginnen;
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Die Buß ist Aberwitz; die Zucht ist thörlich Ding;
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Die Tugend ist ein Wahn bey dem, der niedrig gieng
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Und nicht entpor sich sehnt. Recht! Recht! wer wil nun schlissen,
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Was unsrer feiner Mann für Tittel soll geniessen?
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Er ist ein Kleider-Wurm bey dem, der gerne zehrt,
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Ein Hahn im Faß bey dem, dem Haab und Gut beschert;
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Die Kuchel ist sein Haus; er ist daheim im Keller;
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Er ist deß Hofes Gifft, ein Sclav und Freund beym Teller.
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Kurtz: Sein Verdienst verdient, daß man ihn zieh hervor
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Und weiter födre fort dem Teuffel zum Factor.