88.

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Friedrich Rückert: 88. (1838)

1
Den Menschen gnüget nie, was Menschen wissen können,
2
Kein Vorrecht wollen sie darin den Göttern gönnen.

3
Doch hat solch Wissen nie sie göttergleich gemacht,
4
Um ihren menschlichen Verstand nur oft gebracht.

5
Laß uns, was vor uns steht, gewahren und erfahren,
6
Und was darüber geht, auf dahinüber sparen.

7
Es ist ja gut daß uns bleib' etwas vorbehalten,
8
Das wir zu seiner Zeit mit neuer Lust entfalten.

9
Ich sage dir auch nicht, du sollst dich gar nicht schwingen
10
Hinan, hinüber nur mit Hals und Kopf nicht springen.

11
Es ist ein Unterschied, ob man hinüber blicke,
12
Ob man hinüberspring' und breche das Genicke.

13
Schwing dich empor und hol' herab von dort die Ahnung,
14
Die gnügt zur Mahnung dir, die gnüget dir zur Bahnung,

15
Zur Mahnung deines Wegs, daß du nicht sinkst in Ruh,
16
Zur Bahnung eines Stegs dem höhern Ziele zu.

17
Inzwischen, wenn du weißt, du bist im Weg zum Ziel,
18
Sieh rechts und links dich um! auf Reisen sieht man viel.

19
Die dumpf verrannten sinds, die nur im Auge haben
20
Das Ziel, und unbeschaut die schöne Welt durchtraben.

21
Kurzsichtige, die sich als gar fernsichtige preisen;
22
Denn nur aufs Ziel zu sehn, verdirbt die Lust am Reisen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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