Er will die Schmiedin nicht mehr lieben

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Johann Georg Gressel: Er will die Schmiedin nicht mehr lieben (1716)

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Ich habe mich darauf verschworen/
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Daß ich sie nicht mehr lieben will/
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Mein Hertze ruhet in
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Und liegt auch bey
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Allein der Schmiedin Liebes-Banden
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Sind in der Brust nicht mehr verhanden.

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Mich müste ja der Teuffel plagen
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Dem Mädgen lieb und hold zu seyn/
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Das allen Leuten pflegt zu sagen/?
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Ich stürbe fast vor Liebes-Pein/
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Da/ wenn es meinen Sinn recht kennte/
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Es sich die Finger nicht verbrennte.

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Mach’ ich zu weilen
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Und fält das Stellen mir nicht schwer/
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Daß alle Leute sagen könten/
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Daß ich im Ernst verliebet wär/
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So sind sie doch beym Licht betrogen/
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Und ihre Meynung hat gelogen.

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Ich liebe zwar/ doch nur mit Mienen/
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Die nicht von treuen Hertzen gehn/
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Ich sage woll ich will euch dienen/
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Doch ihr müßt mir zu Dienste stehn;
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Denn eh’ ich mich zum Sclaven mache/
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Ich alle eure Lust verlache.

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Ich höre ohne dem nach Flandern
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Und kan nicht wol beständig seyn;
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Doch diese muß vor allen wandern/
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Die sich die Herrschafft bildet ein.
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Der aber bleib ich mehr ergeben/
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Die mich in Freyheit lässet leben.

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Victore will ich ewig lieben/
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Die gleich wie ich gesinnet ist/
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Clarinden kan ich nicht betrüben/
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Ob ich schon
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Bey diesen Mädgens will ich bleiben/
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Weil sie sich auch von Flandern schreiben.

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Wer kan mich nun verliebet nennen?
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Da ich so wanckelmühtig bin/
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Mir deucht es wird vor Liebe brennen
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Die unerfahrne Schülerin/
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Und daß sie um sich zu beschönen
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Nur meine Flammen will verhöhnen.

(Celander [i. e. Gressel, Johann Georg]: Verliebte-Galante/ Sinn-Vermischte und Grab-Gedichte. Hamburg u. a., 1716.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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