110.

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Friedrich Rückert: 110. (1838)

1
Die Locken, die du jung dir von der Stirn mußt streichen,
2
Im Alter siehest du von selbst zurück sie weichen.

3
Der Sitz des Denkens dort, verhangen sonst vom Schleier,
4
Die Stirne zeiget nun sich offener und freier,

5
Der Wald gelichtet, der die Aussicht einst verschattet:
6
Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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