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Poeten steht was frey, ihr Jungfern! eure Wangen,
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Worauff die Schönheit spielt, die Charites so prangen
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Und Flora Wohnung hält, die ehr ich. Die Natur
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Hat reichlich bracht hieher in einer vollen Spur
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Die Gaben ihrer Kunst. Hier sind die linden Höhen,
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Für denen Hybla blast, für denen traurig stehen
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Pæstanische Gewächs und Lilien nichts sind
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Und Helffenbein nicht taug und Purpur wie verblind.
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Hier ist der runde Zweck, drauff mit viel tausend Küssen
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Uns derer Werth mahnt an zu zielen und zu schissen
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Auß Ehrerbittung bloß; (wiewols der Brauch verbeut
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Und deutsche Zucht nicht wil, die auch den Argwohn scheut.)
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Hier ist das klare Feld, drauff Tugend hin ins lichte
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Streut auß die edle Scham, zu tragen reine Früchte,
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Die so schön röthlich blühn, die weit ein mehres werth,
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Als was die rothe See ie von Corall beschert.
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Hier ist der zart Altar von weissen Marmor-Stücken,
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Drauff jungferliche Zucht pflegt reines Blut zu schicken
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Zum Opffer keuschem From. Hier ist das flache Rund,
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Drum Zephyrus spielt her, drauff offt Cupido stund
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Und sich um einen Weg für seinen Pfeil umsahe
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Und dachte, wie ein Wild für seine Küch er fahe
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Mit seinem Purpur-Zeug. Hier lag er offt im Halt,
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Mit Rosen wol verhägt, wann er die Jagt bestalt.
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Hier trägt Pomona für Vertumnus, ihrem Schatze,
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Die roth und weisse Frucht, das schönste Paar vom Platze,
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Den ihre Müh gepflantzt. Hier brennt die nütze Glut
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Deß Pharos, der im Meer den Schiffen Bahn und Mut
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Zu sichrem Ufer gibt. Hier scheint das keusche Feuer,
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Das mehr als Vesta Flamm ist zu verehren theuer;
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Das bringt den klaren Tag hin in die finstre Nacht;
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Drauß merckt man, ob da schlieff, drauß merckt man, ob da wacht
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Die Scham der Redligkeit, (in derer Port zu länden,
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Wer redlich anders buhlt, sein Schiff pflegt hin zu wenden
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Und sonsten nirgend wo, er sey dann so gesinnt,
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Daß bey ihm Ehr und Schmach vergleichten Außschlag findt;)
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Hier hebet sich entpor, hier breitet seine Wellen
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Der Tugend Haupt-Panier; hier lacht sie, wann sie lacht;
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Hier ist ihr eigner Schmuck; hier ist ihr eigner Pracht.