An die versagte Liebste

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Heinrich Mühlpfort: An die versagte Liebste (1686)

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Darff ich nicht meine Freyheit haben
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In der zuvor mein Geist geprangt?
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Ist denn der freye Muth begraben?
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Hat meine Lieb ihr End erlangt;
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Daß sie muß in des Kerckers Nacht
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Verlieren Zierde/ Glantz und Pracht.
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Gefangne hoffen frey zu werden;
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Ich weiß von keiner Rettung nicht.
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Es lebt kein Mensch auf dieser Erden/
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Dem es so sehr an Trost gebricht.
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Die Liebe die mich erst ergetzt/
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Hat nun ihr Schwerdt auf mich gewetzt.
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Jetz muß ich schwere Kettentragen/
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Da ich zuvor in Kronen gieng.
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Was ist noch übrig als verzagen;
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Das Leben schätz ich selbst gering/
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Und wünsche noch viel Noth und Pein
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Des Grabes lieber Gast zu seyn.
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Ist mir versagt in deinen Armen/
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Mein allerschönstes Kind zu ruhn?
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So wirst du dich doch noch erbarmen
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Mir diesen letzten Dienst zu thun/
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Daß du nimmst meinen Schatten an/
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Der sonsten nirgends ruhen kan.
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Gedencke/ was ich schon erlitten/
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Weil Himmel/ Glück und Zeit mein Feind:
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Wie ich umb deine Gunst gestritten/
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Die mir nunmehr nicht hold erscheint.
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Du kanst und sollst nicht meine seyn/
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Wie bitter geht mir dieses ein.
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Und weil ich dich nicht soll besitzen/
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So such ich meinen eignen Tod/
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Der wird mein gutes Recht beschützen/
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Wie du mich hast gebracht in Noth.
35
Ich hasse nun das Tage-Licht/
36
Dieweil ich dich darff sehen nicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Mühlpfort
(16391681)

* 10.07.1639 in Breslau, † 01.07.1681 in Breslau

männlich, geb. Mühlpfort

deutscher und lateinischer Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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