Ein anders

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Heinrich Mühlpfort: Ein anders (1686)

1
Zeugt Sternen/ zeugt von meinen lichten Flammen/
2
Ich pflag zuvor die Liebe zu verdammen/
3
Das Wort/ dazu mein Mund schien ungeübt/
4
Bricht itzt heraus: Ich bin/ ich bin verliebt.

5
Die hohe Macht/ so über mich geschlossen/
6
Und meinem Blut die Regung eingegossen/
7
Kan/ wie ein Feur nicht länger heimlich seyn/
8
Sie weist der Welt den reinen Glantz und Schein.

9
Zwar was ich mir zum Grundstein auserwehlet/
10
Soll Tugend seyn/ mit der ich mich vermählet:
11
Ein edler Geist/ ein Treu-verbundner Muth/
12
Beständigkeit mein Schmuck und höchstes Gut.

13
In diesem Brand wil ich unendlich leuchten/
14
Aurora mag das frische Graß befeuchten/
15
Die braune Nacht das matte Feld bethaun/
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Man soll mich doch stets unverändert schaun.

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Und fühl ich gleich Cupido deine Stricke/
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Mein Fuß und Hertz weicht nimmermehr zurücke.
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Ich weiß ja wol/ was GOtt und Glück verbindt/
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Daß da der Mensch Lust und Vergnügung findt.

21
Komm/ Liebster/ komm; Mein Hertze steht dir offen/
22
Was kan ich mehr auf dieser Erden hoffen/
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Als wenn dem Schluß der Himmel unterschreibt/
24
Daß mir dein Hertz zum Unterpfande bleibt.

25
Und solt ich nicht dir meine Gluth bekennen?
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Du weist das Feur/ in dem wir müssen brennen/
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Kein irdisch Dampff/ kein Nebel hält es ein/
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Es sucht die Höh’ den Sternen gleich zu seyn.

29
Mehr: will uns doch die Ariadne weichen/
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Der meine Treu in allem sich soll gleichen:
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Und legt uns doch der Fürst der güldnen Rey/
32
Die Strahlen-Kron der Berenice bey.

33
Brennt Sterne/ brennt/ Dolmetscher unser Sinnen/
34
Last eure Glut nicht diese Nacht zerrinnen/
35
Das stete Licht/ der unentsunckne Schein/
36
Muß itzt ein Bild von unsrer Liebe seyn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Mühlpfort
(16391681)

* 10.07.1639 in Breslau, † 01.07.1681 in Breslau

männlich, geb. Mühlpfort

deutscher und lateinischer Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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