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Es sey ein prächtig Grab für eitlen Augen schön/
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Mit Pfeilern hoch erhöht/ mit Bogen rings umbschlossen/
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Bey dem Pyramiden und steinerne Colossen
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Biß an die blaue Burg der göldnen Sterne gehn/
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Der Jaspis müsse sich mehr als bundfärbig weisen/
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Der Marmor lasse sich in reinsten Adern preisen.
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Ja Hochmuth zünde da noch viel mehr Ampeln an/
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Als Perlen in der See und Blumen auff der Erden/
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Man schau Arabien entblöst des Weyrauchs werden/
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Damit man nur der Glut genugsam liefern kan.
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Es sey der Künstler Fleiß bemüht der kalten Leichen
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Gestalt und Aehnlichkeit durch Bildung zu erreichen.
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Wo die Verwesung auch durch was zu hinter ziehn/
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Man gieß’ Hartz und Asphalt/ und was man allenthalben
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Durchs gantze Morgenland auffbringen kan von Salben/
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In den entseelten Leib/ umb daß die Fäulnüß fliehn/
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Und Wurm und Eyter nicht die Glieder kan verzehren/
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Den Todten balsamirt der Welt noch zu gewähren.
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Und wo auch Stein und Ertzt nicht sattsam Redner seyn/
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Und wo der Firnüß nicht und Anstrich ist gelungen/
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So dinge man ein Volck das mit erkauffter Zungen
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Weiß des Verstorbnen Lob und Thaten auszuschreyn/
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Und allen Ubermuth bey Gräbern zu bezeigen/
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So lasse man auch nicht die stummen Seiten schweigen.
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So pflegt die Eitelkeit ihr Ehren-Mahl zu baun/
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Diß soll der Nachwelt auch Hertz und Gesichte blenden;
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Ach frecher Aberwitz! Ach Tand von Menschen-Händen!
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Läst sich umb unser Grab nicht wahre Tugend schaun/
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So mag die Asch’ und Staub ein kurtzes Denckmal haben/
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Weil auch das schönste Grab wird von der Zeit begraben.
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Offt schläfft der Enckel nicht in seiner Väter Grufft/
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Rom nannte sie umbsonst der Ewigkeiten Häuser;
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Wo sind die theuren Särch’ und Mumien der Käyser?
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Ein wenig Stein und Grauß/ aus denen Echo rufft/
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Sind von der Herrlichkeit und Sieges-Pracht geblieben/
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Sonst hat Gebäu und Kunst der Zeiten Zahn zerrieben.
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Vergebens suchen wir allhier ein ewig Haus/
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Und wer von Lastern stinckt/ was nutzt ihm balsamiren?
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Wie hoch wir auch die Thürm und Marmor-Seulen führen/
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So lachet Neid und Zeit die Uberschrifften aus.
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Wol dem! auff dessen Grab ein solcher Satz zu lesen/
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Der Mann ist Land und Stadt nütz und getreu gewesen.
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Mit diesem prangt dein Grab und nicht mit Eitelkeit/
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Du wolverdienter Mann/ der du der Welt entzogen/
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Und dessen edler Geist den Sternen zugeflogen/
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Von der bedrängten Last deß Cörpers ist befreyt/
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Dein gut Gerüchte wird dir bessern Schmuck aufstecken/
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Als diesen/ der sonst pflegt die Gräber zu bedecken.
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Du edler Schweitzer du/ was faulen soll und muß/
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Das legst du willig ab; doch nicht dein Angedencken
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Geht mit dir in die Grufft/ weil ihm der Nachruhm schencken
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Ein ewig Denckmal will/ du bist der Lethe Fluß/
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Des Charons schwartzem Kahn durch Tugend längst entschwom̃en/
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Und ans gelobte Land in sichern Hafen kommen.
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So ists; wo umb das Grab die Tugend wachen soll/
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So muß sie sich zu erst umb unsre Wiege finden.
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Ein ungemeiner Trieb fing dich bald zu entzünden
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Jm zarten Frühling an; du wustest mehr als wol/
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Daß da die kleine Welt/ der Mensch/ sich zu erbauen
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Muß auch die grosse Welt nichtüberhin anschauen.
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Das kluge Franckreich hat beblümet deinen May/
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Der Sitten Hurtigkeit/ die höfflichen Geberden/
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Die musten deiner Glut ein neuer Zunder werden.
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Du legtest am Verstand dir so viel Schätze bey/
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Daß Sprach und Eigenschafft vom Casimir in Polen
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Dir ein geneigtes Ohr und Urtheil konten holen.
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Wie aber! führt uns nicht des starcken Himmels Hand?
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Offt der aus Westen kam/ der bleibt in Osten sitzen/
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Den Mitternacht erzeugt/ den will der Mittag schützen.
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Mit kurtzem: Jeder Ort ist unser Vaterland.
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Must endlich Schlesien den Sitz der Wolfarth preisen.
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Dein adliches Geschlecht/ das in vierhundert Jahr
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Hat in der Schweitz geblüht/ sich in der Welt gebreitet/
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Das seinen ersten Quell von Alten-Klingen leitet/
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Und sich berühmt gemacht durch Tugend und Gefahr/
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Soll auch in Schlesien mit seinen edlen Zweigen/
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Der Nachwelt süsse Frücht’/ und kühlen Schatten zeigen.
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Daß dich hat sein Beruff zum Cammer-Ampt gezogen/
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Von dar an blieb dir stets mit Gnaden zugewandt
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Piastens hohes Hauß/ das Götter hat geboren/
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Und zu den Sternen nun die Götter auserkoren.
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Zu seinen Füssen ligt/ hieß dich solch Ampt verwalten/
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Hat über deinem Witz und Redlichkeit gehalten;
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Gott und dem Käyser treu war nur der schönste Klang/
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So in dein Hertz geetzt/ wird es der Neid verschweigen/
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So soll es doch der Mund der Fürstenthümer zeugen.
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Betraurens werther Mann/ es klagt dich Stadt und
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Die kluge Wachsamkeit beseuffzet noch die Cammer;
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Welch Redner aber meldt der
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Fällt nicht mit deinem Hertz ihr Hertz auch in den Sand?
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Timanthes muß allhier mir seinen Pinsel leihen/
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Man darff ein solches Leyd durch Reime nicht entweyhen.
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Es sey/ Cleopatra bejammre den Anton!
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Es geh der Livia Augustens Tod zu Hertzen!
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Es mag Cornelia tieff den Pompej beschmertzen!
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Auch nicht die Portia verdienet solchen Lohn/
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Wenn Brutus stirbt in ihr/ als von betrübtsten Frauen
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Sie hier ein Beyspiel ist getreuer Brunst zu schauen.
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Zweyfach-beglücktes Grab/
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Es ruhet Ruhm und Ehr für deiner Schlafstätt Schwelle/
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Dem paaret sich die Lieb’ ein unzertrennt Geselle/
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Und was ersinnlich ist/ und was sie übrig hat/
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Das opffert sie dir noch/ Geist/ Leben/ Hertz und Seele/
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Bewachen Wechsel-weiß jetzt deine Grabes-Höle.
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Du schläffst im Seegen ein/ es drückt der Kinder Hand
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Die matten Augen zu/ du ruhst in ihren Hertzen/
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Die Seelen brennen dir an statt der Liebes-Kertzen/
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Und Thränen bleiben nur ihr allerbestes Pfand/
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Das sie zu letzt dir in tieffster Wehmuth geben/
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Wiewol du ewig sollst bey ihnen seyn und leben.
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Grab/ das die Tugend selbst mit ihren Lorbeern deckt!
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Grab/ wo Aufrichtigkeit ist wesendlich begraben!
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Grab/ das gar selten wird so treue Diener haben!
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Grab/ das verlachen kan Schmaragden und Rubinen/
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Weil hier die Todten-Bein auch wieder sollen grünen!