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Brunn/ der aus Jsraels Heil-Quellen ist entsprossen/
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Der offt den Matten Durst der Sterblichkeit gelescht/
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Der von dem Lebens-Felß Crystallen-klar geflossen/
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Und dessen Ufer nie bekleidet Schilf und Jäscht/
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So solstu wie der Krith in Augenblick versiegen?
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Schluckt denn der Erden-Schlund jetzt deine Quellen ein?
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Soll kein bedrängtes Hertz sich mehr zu dir verfügen/
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Das Labsal bey dir sucht/ und Lindrung seiner Pein?
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Was ist doch lieblichers auff aller Welt zu finden/
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Wenn jetzt der Sonnen-Glut der Erden Brust verbrennt/
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Und alle Kräfften uns/ ja Geist und Leben schwinden/
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Daß man für Mattigkeit einander kaum fast kennt/
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Als wenn ein tunckler Wald und eine grüne Höle
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Uns einen Brunn gewährt/ der aus den Adern quillt/
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Mit lieblichem Geräusch ergetzt die krancke Seele/
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Und durch sein kühles Naß des Durstes Flammen stillt?
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Hier sucht der Wanders-Mann/ der Kraft-loß/ sein Vergnügen/
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Der Schnitter eilet hier halb-schmachtende zur Ruh:
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Der Bothe wünscht ihm da auf kurtze Zeit zu ligen/
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Und wer fürüber geht/ gesellet sich darzu.
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So viel Ergetzligkeit kan frisches Wasser geben!
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Ach wie weit herrlicher muß dieser Brunn-Quell seyn?
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Der durch sein Wasser uns gibt Seele Geist und leben/
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Daß uns auf Ewigkeit kein Durst nicht nimmet ein!
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Zu diesem Lebens-Brunn hastu durch deine Lehren
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Dein Reden war ein Strom/ der stets mit vollen Röhren
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Auff der Zuhörer Hertz lebendig Wasser geust.
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Und wie hat nicht dein Mund von GOttes Lob gequollen/
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Wenn seine Satzungen und Güte du gelehrt?
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Uns trifft nur der Verlust/ daß wir dich missen sollen/
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Daß man dich weiter nicht/ dich Kirchen-Engel/ hört.
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Es ist das Heidenthum mit Eifer zu verlachen/
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Das seine Brunnen hat den Najaden geweyht/
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Und aus den Quellen selbst offt Götter wollen machen
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Mit Opffern sie verehrt/ mit Blumen auch bestreut.
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Nein/ du bist deinem GOtt ein heilig Quell gewesen/
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Und ein versigelt Brunn durch seiner Allmacht Hand.
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Er ließ von erster Schuld dich durch sein Bad genesen/
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Und hat den Himmel dir zum Erbrecht zugewandt.
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Denn hat er seinen Geist sehr reich auff dich gegossen/
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Daß du gleich einem Brunn in Thälern soltest seyn/
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Der für der Sonnen Hitz und Stralen ist verschlossen/
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Und dem erdursten Feld flöst neues Wachsthum ein.
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Rom war so rasend toll und krönte gar die Brunnen/
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Weil ihre Nutzbarkeit dergleichen Schmuck verdient:
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Mehr Kronen hat dein Fleiß durch Wissenschafft gewonnen/
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Daß deines Namens Ruhm bey uns unsterblich grünt.
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Du/ selbst ein reiner Quell/ hast aus den ersten Quellen
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Des HErrn sein Gebot in unser Hertz geführt.
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Dein Masoretisch Werck wird uns für Augen stellen/
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Wie der Hebräer Sprach und Mund-Art dich geziert.
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Du legst den Syrer aus/ was der Chaldeer schreibet/
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Der Griech und Araber in seinen Schrifften deckt/
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Und was der rauhe Scyth im kalten Norden gläubet/
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War deinem Meister-Fleiß und Forschung nicht versteckt.
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Ein Brunn/ der fruchtbar ist/ wird ihm nicht selber rinnen/
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Er schenckt den Silber-Thau der Wiesen bundten Klee/
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Tränckt bald die Lilien/ der Blumen Königinnen/
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Bald steigt er mit mehr Fluth vergrösset in die Höh’.
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Bey anvertrauter Kirch’ in Ströme ausgetheilt/
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Dein rühmlich Ampts Fleiß war zu speisen die Gemüther/
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Zu sorgen/ daß ja sey der Sünden Mahl geheilt.
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Du bist kein leerer Brunn ohn Wasser je gewesen/
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Wie solche Lehrer sind/ die ohne Trost und Rath.
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Wer dir als Artzt den Schmertz entdeckt/ der ist genesen/
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Der Nachdruck deiner Wort’ eröffnete die That.
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Ach du Anruffers-Brunn/ wenn du das Volck versöhnet/
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Elisa/ der sein Saltz in Wasser-Quellen warf/
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Wenn offt ein Jericho mit Sünden GOtt versöhnet/
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Daß nicht die bittre Fluth der Seelen schaden darf.
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Du rechter Jacobs-Brunn/ wo müde Ruh gefunden/
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Und wo ihr JEsus selbst erkieset seine Rast;
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Du ausgeklärter Brunn/ den Bintzen nicht umbwunden
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Und den noch Schlam/ noch Mos/ noch Dorn und Strauch
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Du Quelle/ die uns hat in Canaan geleitet/
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Wie lechzt dein Eymer jetzt? zerbricht numehr das Rad?
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Ach ja! je mehr der Mensch zu seinem Wachsthum schreitet/
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Je näher er den Fuß auch zu dem Grabe hat.
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Wie aber/ der so offt an unser Hertz geklopffet/
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Und der aus Redlichkeit sein Hertze nicht verschloß/
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Wird dem der Lebens-Quell so zeitlich zugestopffet?
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Es scheint ja/ der Verlust sey nur zu früh’ zu groß.
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Nein/ der Verwesungs-Brunn frist auch der Priester Glieder/
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Wie Wasser sich verschleust/ und länger nicht hält auf/
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So fährt gleich einem Strom von uns das Leben wieder/
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Noch Kunst/ noch Weißheit hemmt den allgemeinen Lauff.
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Wiewol das Brunnen-Loch das kan sie nicht beschliessen/
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Weil gar ein ander Brunn zu ihrem Leben quillt.
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Denn wenn der Bau der Welt wird schmeltzen und zerfliessen/
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So hat der Brunn des Heils mit Wonne sie erfüllt.
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Es sey/ der Tyger-Strom verberge seine Wellen/
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Daß aus der Erden er aufs neue dringt hervor;
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Es mag in Spanien sich der Anas auch so stellen/
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Der etwas sich verkreucht/ bald wieder kommt empor.
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Ach in weit andrer Pracht/ in größrem Glantz und Scheine/
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Wird was jetzt Asch und Staub/ zur Herrlichkeit ausstehn!
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Wir liefern nur dem Grab auf kurtze Frist die Beine/
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Biß der verklärte Leib wird Sternen gleiche gehn.
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Betrübtste/ die numehr in Thränen-Quellen schwimmen/
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Und theils des Eh-Herrn Pflicht/ des Vatern Treu beraubt/
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Wer läugnet/ daß sich nicht muß ihre Seele krümmen/
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Und wer ist so ein Stein/ der diesen Schmertz nicht glaubt?
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Jhr Ehr- und Freuden/ Brunn/ der sie so offt erquicket/
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Der so viel Seegens-Ström in ihre Gräntzen goß/
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Der sie mit Wonn und Ruhm und Kronen hat geschmücket/
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Vertrocknet und versigt/ ist Geist- und Lebens-loß.
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Doch der aus Felsen kan lebendig Wasser zwingen/
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Der Brunn-Quell Jsraels/ der stets von Seegen quillt/
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Der woll’ auch ihrem Schmertz ein solches Pflaster bringen/
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Daß/ was sein Mund verheißt/ bey ihnen sey erfüllt!