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Beh/ alter Vater/ zu der Ruh/
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Und schleuß die müden Augen zu/
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Der Menschen letzte Pflicht heist sterben;
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Wol dem der so von hinnen zeucht!
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Du hast den sichern Port erreicht/
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Und kanst getrost den Himmel erben.
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Es konte dir das Rund der Welt/
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So nichts als Jammer in sich hält/
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Nur Eckel und Verdruß mehr geben.
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Dir war ja satt und wol bekand/
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Daß bey dergleichen Jahre Stand
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Sey lange Qual ein langes Leben.
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Drumb wünscht die Seele frey zu seyn/
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Legt ab die Adern und Gebein’
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Als Kleider seiner irrd’schen Hütten.
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Was Staub ist und verwesen kan/
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Das wird ins schwartze Grab gethan/
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Da mag es Fäul und Wurm zerrütten.
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Allein dein guter Leumund nicht/
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Der brennt in seinem Ehren-Licht/
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Und stralet/ wie bey Nacht die Sternen.
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Es sieht/ wie in dem Spiegel/ klar
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Der hinterlaßnen Enckel Schaar/
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Was sie von dir noch hat zu lernen.
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Dein feurig Geist/ dein hurtig Muth/
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Der dir das Zunder-reiche Blut
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Von Jugend auff hat angefeuret/
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Daß du den Ehren nachgestrebt/
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Und wie ein Biedermann gelebt/
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Der seine Zeit der Tugend steuret.
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Die Reisen in so manches Land/
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Die Sprachen so dir wol bekand/
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Die Künste/ so bey Krieg und Frieden
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Gemeinem Wesen nöthig seyn/
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Die scharrt man/ wie den Leib/ nicht ein/
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Sie seyn von uns unabgeschieden.
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Der Weißheit Marck und Sitz Athen
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War mühsam diese zu erhöhn/
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So sich umbs Vaterland verdienet.
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Es stund der beste Redner auff/
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Die gantze Stadt die lieff zu Hauff/
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Und hörte wie sein Ruhm gegrünet.
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Gewiß o Seel’ ger/ das nicht schweigt
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Die Mutter so dich hat gezeugt/
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Budorgis/ sie wird frey bekennen:
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Daß du als ein gehorsam Sohn
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Pflagst nach der Bürger Ehren Kron
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Als wie ein muthig Pferd zu rennen.
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Man darff die alten Römer nicht/
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Und was sonst melden die Geschicht/
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Als Wunder der Exempel preisen.
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Die unverrückte Pflicht und Treu
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Legt dir dergleichen Zeugnüß bey/
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Das du trotz jenen auff kanst weisen.
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Mit Ruhm ein treuer Bürger seyn
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Das ist ein Lob/ so nicht gemein/
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Und hoch erhaben von den Alten:
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Sie schätzten es so groß und werth/
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Als wenn man sonst durch Spieß und Schwerdt
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Von Feinden einen Sieg erhalten.
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Nun dieser unverfälschte Ruhm
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Wird auch dein wahres Eigenthum
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O Seeliger/ im Tode bleiben:
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Der Bürgerliche Sieges-Krantz/
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Umbgiebt dein Grab mit neuem Glantz/
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Und wird den Cedern gleich bekleiben.
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Was meld ich von der Redligkeit?
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Dem seltnen Wildpret dieser Zeit/
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Die dir in Stirn und Hertz geschrieben.
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Mit dem du Freundschafft hast gepflegt/
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Der ward Krafft derer angeregt/
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Daß er dich immer muste lieben.
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Man höre nur zum Zeugen an
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Wie jetzt dein untergebnes Fahn
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Dich Eltsten Capitain beklaget/
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Und was mit gutem Fug und Grund
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Der Bürger allgemeiner Mund/
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Von deiner Treu und Tugend saget.
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Glückselig/ wer diß Lob erwirbt/
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Der ist versichert wenn er stirbt/
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Daß noch sein Angedencken blühet.
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Noch Stahl/ noch Ertz/ noch Marmelstein
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Kan so ein schönes Denckmahl seyn/
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Wie herrlich es von aussen siehet.
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Und heist es auch ein Freuden-Blick/
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Wenn man erlebt der Kinder Glück/
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Und kan ihr Wolergehen schanen.
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So hat des Höchsten Seegen-Hand
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Dir Seeliger viel zugewand/
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Und dich durch sie mehr wollen bauen.
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Drumb krönet nun auch deine Baar
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Der Kinder und der Enckel Schaar/
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Und ehrt dich noch zuletzt mit Zähren/
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Sie wünscht/ daß Cörper und Gebein/
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In Ruh und Frieden mögenseyn/
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Biß es der Höchste wird verklären.
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Betrübteste wer wil das Leid/
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So lang es nur Bescheidenheit
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Und die Gedult behält in Schrancken/
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Verwerffen? weil wol nimmer nicht
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Ein Kind erfüllen wird die Pflicht/
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Womit es sol dem Vater dancken.
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Wer kan in solchem Ehren-Schnee/
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Diß Kummer-Thal/ die Thränen-See
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Auswechseln mit den Friedens-Häusern/
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Der darff sich ja der schwartzen Grufft/
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Wenn sie ihn auszuschlaffen rufft/
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Und der Verwesung nicht entäusern.