Ein Gebäude steht da

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Friedrich Schiller: Ein Gebäude steht da (1782)

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Ein Gebäude steht da von uralten Zeiten,
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Es ist kein Tempel, es ist kein Haus,
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Ein Reiter kann hundert Tage reiten,
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Er umwandert es nicht, er reitets nicht aus.

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Jahrhunderte sind vorübergeflogen,
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Es trotzte der Zeit und der Stürme Heer,
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Frei steht es unter dem himmlischen Bogen,
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Es reicht in die Wolken, es netzt sich im Meer.

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Nicht eitle Prahlsucht hat es getürmet,
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Es dienet zum Heil, es rettet und schirmet,
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Seinesgleichen ist nicht auf Erden bekannt,
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Und doch ists ein Werk von Menschenhand.

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Das alte fest gegründete Gebäude,
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Das Stürmen und Jahrhunderten getrotzt,
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Das sich unendlich, unabsehlich leitet
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Und Tausende beschirmt, die große Mauer ists,
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Die China von der Tartarwüste scheidet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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