Willst du nicht das Lämmlein hüten?

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Friedrich Schiller: Willst du nicht das Lämmlein hüten? Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Willst du nicht das Lämmlein hüten?
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Lämmlein ist so fromm und sanft,
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Nährt sich von des Grases Blüten,
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Spielend an des Baches Ranft.
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»mutter, Mutter, laß mich gehen,
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Jagen nach des Berges Höhen!«

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Willst du nicht die Herde locken
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Mit des Hornes munterm Klang?
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Lieblich tönt der Schall der Glocken
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In des Waldes Lustgesang.
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»mutter, Mutter, laß mich gehen,
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Schweifen auf den wilden Höhen!«

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Willst du nicht der Blümlein warten,
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Die im Beete freundlich stehn?
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Draußen ladet dich kein Garten,
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Wild ists auf den wilden Höhn!
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»laß die Blümlein, laß sie blühen!
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Mutter, Mutter, laß mich ziehen!«

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Und der Knabe ging zu jagen,
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Und es treibt und reißt ihn fort,
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Rastlos fort mit blindem Wagen
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An des Berges finstern Ort,
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Vor ihm her mit Windesschnelle
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Flieht die zitternde Gazelle.

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Auf der Felsen nackte Rippen
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Klettert sie mit leichtem Schwung,
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Durch den Riß geborstner Klippen
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Trägt sie der gewagte Sprung,
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Aber hinter ihr verwogen
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Folgt er mit dem Todesbogen.

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Jetzo auf den schroffen Zinken
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Hängt sie, auf dem höchsten Grat,
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Wo die Felsen jäh versinken
34
Und verschwunden ist der Pfad.
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Unter sich die steile Höhe,
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Hinter sich des Feindes Nähe.

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Mit des Jammers stummen Blicken
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Fleht sie zu dem harten Mann,
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Fleht umsonst, denn loszudrücken
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Legt er schon den Bogen an.
41
Plötzlich aus der Felsenspalte
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Tritt der Geist, der Bergesalte.

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Und mit seinen Götterhänden
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Schützt er das gequälte Tier.
45
»mußt du Tod und Jammer senden«,
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Ruft er, »bis herauf zu mir?
47
Raum für alle hat die Erde,
48
Was verfolgst du meine Herde?«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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