An der Quelle saß der Knabe

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Friedrich Schiller: An der Quelle saß der Knabe Titel entspricht 1. Vers(1782)

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An der Quelle saß der Knabe,
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Blumen wand er sich zum Kranz,
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Und er sah sie fortgerissen,
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Treiben in der Wellen Tanz.
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»und so fliehen meine Tage
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Wie die Quelle rastlos hin!
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Und so bleichet meine Jugend,
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Wie die Kränze schnell verblühn!

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Fraget nicht, warum ich traure
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In des Lebens Blütenzeit!
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Alles freuet sich und hoffet,
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Wenn der Frühling sich erneut.
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Aber diese tausend Stimmen
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Der erwachenden Natur
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Wecken in dem tiefen Busen
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Mir den schweren Kummer nur.

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Was soll mir die Freude frommen,
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Die der schöne Lenz mir beut?
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Eine nur ists, die ich suche,
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Sie ist nah und ewig weit.
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Sehnend breit ich meine Arme
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Nach dem teuren Schattenbild,
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Ach, ich kann es nicht erreichen,
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Und das Herz bleibt ungestillt!

25
Komm herab, du schöne Holde,
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Und verlaß dein stolzes Schloß!
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Blumen, die der Lenz geboren,
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Streu ich dir in deinen Schoß.
29
Horch, der Hain erschallt von Liedern,
30
Und die Quelle rieselt klar!
31
Raum ist in der kleinsten Hütte
32
Für ein glücklich liebend Paar.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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