Noch in meines Lebens Lenze

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Friedrich Schiller: Noch in meines Lebens Lenze Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Noch in meines Lebens Lenze
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War ich, und ich wandert aus,
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Und der Jugend frohe Tänze
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Ließ ich in des Vaters Haus.

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All mein Erbteil, meine Habe
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Warf ich fröhlich glaubend hin,
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Und am leichten Pilgerstabe
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Zog ich fort mit Kindersinn.

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Denn mich trieb ein mächtig Hoffen
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Und ein dunkles Glaubenswort,
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»wandle«, riefs, »der Weg ist offen,
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Immer nach dem Aufgang fort.

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Bis zu einer goldnen Pforten
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Du gelangst, da gehst du ein,
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Denn das Irdische wird dorten
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Himmlisch unvergänglich sein.«

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Abend wards und wurde Morgen,
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Nimmer, nimmer stand ich still,
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Aber immer bliebs verborgen,
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Was ich suche, was ich will.

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Berge lagen mir im Wege,
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Ströme hemmten meinen Fuß,
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Über Schlünde baut ich Stege,
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Brücken durch den wilden Fluß.

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Und zu eines Stroms Gestaden
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Kam ich, der nach Morgen floß,
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Froh vertrauend seinem Faden,
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Werf ich mich in seinen Schoß.

29
Hin zu einem großen Meere
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Trieb mich seiner Wellen Spiel,
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Vor mir liegts in weiter Leere,
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Näher bin ich nicht dem Ziel.

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Ach, kein Steg will dahin führen,
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Ach, der Himmel über mir
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Will die Erde nie berühren,
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Und das Dort ist niemals Hier.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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