Lieben Freunde! Es gab schönre Zeiten

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Friedrich Schiller: Lieben Freunde! Es gab schönre Zeiten Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Lieben Freunde! Es gab schönre Zeiten
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Als die unsern – das ist nicht zu streiten!
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Und ein edler Volk hat einst gelebt.
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Könnte die Geschichte davon schweigen,
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Tausend Steine würden redend zeugen,
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Die man aus dem Schoß der Erde gräbt.
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Doch es ist dahin, es ist verschwunden,
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Dieses hochbegünstigte Geschlecht.
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Wir, wir
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Und der Lebende hat recht.

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Freunde! Es gibt glücklichere Zonen
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Als das Land, worin wir leidlich wohnen,
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Wie der weitgereiste Wandrer spricht.
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Aber hat
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War die
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Unser Herz erwarmt an
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Will der Lorbeer hier sich nicht gewöhnen,
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Wird die Myrte unsers Winters Raub,
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Grünet doch, die Schläfe zu bekrönen,
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Uns der Rebe muntres Laub.

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Wohl von größerm Leben mag es rauschen,
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Wo vier Welten ihre Schätze tauschen,
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An der Themse, auf dem Markt der Welt.
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Tausend Schiffe landen an und gehen,
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Da ist jedes Köstliche zu sehen,
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Und es herrscht der Erde Gott, das Geld.
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Aber nicht im trüben Schlamm der Bäche,
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Der von wilden Regengüssen schwillt,
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Auf des stillen Baches ebner Fläche
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Spiegelt sich das Sonnenbild.

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Prächtiger als wir in unserm Norden
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Wohnt der Bettler an der Engelspforten,
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Denn er sieht das ewig einzge Rom!
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Ihn umgibt der Schönheit Glanzgewimmel,
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Und ein zweiter Himmel in den Himmel
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Steigt Sankt Peters wunderbarer Dom.
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Aber Rom in allem seinem Glanze
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Ist ein Grab nur der Vergangenheit,
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Leben duftet nur die frische Pflanze,
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Die die grüne Stunde streut.

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Größres mag sich anderswo begeben,
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Als bei uns in unserm kleinen Leben,
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Neues – hat die Sonne nie gesehn.
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Sehn wir doch das Große
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Auf den Brettern, die die Welt bedeuten,
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Sinnvoll, still an uns vorübergehn.
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Alles wiederholt sich nur im Leben,
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Ewig jung ist nur die Phantasie,
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Was sich nie und nirgends hat begeben,
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Das allein veraltet nie!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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