Drei Worte hört man, bedeutungsschwer

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Friedrich Schiller: Drei Worte hört man, bedeutungsschwer Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Drei Worte hört man, bedeutungsschwer,
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Im Munde der Guten und Besten;
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Sie schallen vergeblich, ihr Klang ist leer,
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Sie können nicht helfen und trösten.
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Verscherzt ist dem Menschen des Lebens Frucht,
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Solang er die Schatten zu haschen sucht.

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Solang er glaubt an die Goldene Zeit,
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Wo das Rechte, das Gute wird siegen, –
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Das Rechte, das Gute führt ewig Streit,
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Nie wird der Feind ihm erliegen,
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Und erstickst du ihn nicht in den Lüften frei,
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Stets wächst ihm die Kraft auf der Erde neu.

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Solang er glaubt, daß das buhlende Glück
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Sich dem Edeln vereinigen werde –
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Dem Schlechten folgt es mit Liebesblick,
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Nicht dem Guten gehöret die Erde.
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Er ist ein Fremdling, er wandert aus
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Und suchet ein unvergänglich Haus.

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Solang er glaubt, daß dem irdschen Verstand
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Die Wahrheit je wird erscheinen,
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Ihren Schleier hebt keine sterbliche Hand,
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Wir können nur raten und meinen.
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Du kerkerst den Geist in ein tönend Wort,
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Doch der freie wandelt im Sturme fort.

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Drum, edle Seele, entreiß dich dem Wahn
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Und den himmlischen Glauben bewahre!
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Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn,
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Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre!
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Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor,
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Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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