Breite und Tiefe

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Friedrich Schiller: Breite und Tiefe (1782)

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Es glänzen viele in der Welt,
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Sie wissen von allem zu sagen,
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Und wo was reizet und wo was gefällt,
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Man kann es bei ihnen erfragen,
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Man dächte, hört man sie reden laut,
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Sie hätten wirklich erobert die Braut.

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Doch gehn sie aus der Welt ganz still,
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Ihr Leben war verloren.
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Wer etwas Treffliches leisten will,
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Hätt gern was Großes geboren,
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Der sammle still und unerschlafft
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Im kleinsten Punkte die höchste Kraft.

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Der Stamm erhebt sich in die Luft
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Mit üppig prangenden Zweigen,
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Die Blätter glänzen und hauchen Duft,
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Doch können sie Früchte nicht zeugen,
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Der Kern allein im schmalen Raum
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Verbirgt den Stolz des Waldes, den Baum.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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