Die Worte des Glaubens

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Friedrich Schiller: Die Worte des Glaubens (1782)

1
Drei Worte nenn ich euch, inhaltschwer,
2
Sie gehen von Munde zu Munde,
3
Doch stammen sie nicht von außen her,
4
Das Herz nur gibt davon Kunde.
5
Dem Menschen ist aller Wert geraubt,
6
Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt.

7
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
8
Und würd er in Ketten geboren,
9
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
10
Nicht den Mißbrauch rasender Toren.
11
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
12
Vor dem freien Menschen erzittert nicht.

13
Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
14
Der Mensch kann sie üben im Leben,
15
Und sollt er auch straucheln überall,
16
Er kann nach der göttlichen streben,
17
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,
18
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.

19
Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
20
Wie auch der menschliche wanke,
21
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
22
Lebendig der höchste Gedanke,
23
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,
24
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.

25
Die drei Worte bewahret euch, inhaltschwer,
26
Sie pflanzet von Munde zu Munde,
27
Und stammen sie gleich nicht von außen her,
28
Euer Innres gibt davon Kunde,
29
Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt,
30
Solang er noch an die drei Worte glaubt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

    Rezitation
    Vollzugriff notwendig

    --:--
    --:--
  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.