Sagt, wo sind die Vortrefflichen hin, wo find ich die Sänger

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Friedrich Schiller: Sagt, wo sind die Vortrefflichen hin, wo find ich die Sänger Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Sagt, wo sind die Vortrefflichen hin, wo find ich die Sänger,
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Die mit dem lebenden Wort horchende Völker entzückt,
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Die vom Himmel den Gott, zum Himmel den Menschen gesungen
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Und getragen den Geist hoch auf den Flügeln des Lieds?
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Ach, noch leben die Sänger, nur fehlen die Taten, die Lyra
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Freudig zu wecken, es fehlt, ach! ein empfangendes Ohr.
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Glückliche Dichter der glücklichen Welt! Von Munde zu Munde
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Flog, von Geschlecht zu Geschlecht euer empfundenes Wort.
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Wie man die Götter empfängt, so begrüßte jeder mit Andacht,
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Was der Genius ihm, redend und bildend, erschuf.
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An der Glut des Gesangs entflammten des Hörers Gefühle,
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An des Hörers Gefühl nährte der Sänger die Glut.
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Nährt' und reinigte sie! Der Glückliche, dem in des Volkes
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Stimme noch hell zurück tönte die Seele des Lieds,
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Dem noch von außen erschien, im Leben, die himmlische Gottheit,
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Die der Neuere kaum, kaum noch im Herzen vernimmt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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