Die Muse schweigt, mit jungfräulichen Wangen

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Friedrich Schiller: Die Muse schweigt, mit jungfräulichen Wangen Titel entspricht 1. Vers(1782)

1
Die Muse schweigt, mit jungfräulichen Wangen,
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Erröten im verschämten Angesicht,
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Tritt sie vor dich, ihr Urteil zu empfangen,
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Sie achtet es, doch fürchtet sie es nicht.
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Des Guten Beifall wünscht sie zu erlangen,
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Den Wahrheit rührt, den Flimmer nicht besticht,
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Nur wem ein Herz empfänglich für das Schöne
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Im Busen schlägt, ist wert, daß er sie kröne.

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Nicht länger wollen diese Lieder leben,
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Als bis ihr Klang ein fühlend Herz erfreut,
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Mit schönern Phantasien es umgeben,
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Zu höheren Gefühlen es geweiht;
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Zur fernen Nachwelt wollen sie nicht schweben,
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Sie tönten, sie verhallen in der Zeit.
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Des Augenblickes Lust hat sie geboren,
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Sie fliehen fort im leichten Tanz der Horen.

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Der Lenz erwacht, auf den erwärmten Triften
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Schießt frohes Leben jugendlich hervor,
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Die Staude würzt die Luft mit Nektardüften,
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Den Himmel füllt ein muntrer Sängerchor,
21
Und jung und alt ergeht sich in den Lüften
22
Und freuet sich und schwelgt mit Aug und Ohr.
23
Der Lenz entflieht! Die Blume schießt in Samen,
24
Und keine bleibt von allen, welche kamen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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