Siehe, wie schwebenden Schritts im Wellenschwung sich die Paare

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Friedrich Schiller: Siehe, wie schwebenden Schritts im Wellenschwung sich die Paare Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Siehe, wie schwebenden Schritts im Wellenschwung sich die Paare
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Drehen, den Boden berührt kaum der geflügelte Fuß.
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Seh ich flüchtige Schatten, befreit von der Schwere des Leibes?
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Schlingen im Mondlicht dort Elfen den luftigen Reihn?
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Wie, vom Zephir gewiegt, der leichte Rauch in die Luft fließt,
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Wie sich leise der Kahn schaukelt auf silberner Flut,
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Hüpft der gelehrige Fuß auf des Takts melodischer Woge,
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Säuselndes Saitengetön hebt den ätherischen Leib.
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Jetzt, als wollt es mit Macht durchreißen die Kette des Tanzes,
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Schwingt sich ein mutiges Paar dort in den dichtesten Reihn.
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Schnell vor ihm her entsteht ihm die Bahn, die hinter ihm schwindet,
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Wie durch magische Hand öffnet und schließt sich der Weg.
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Sieh! jetzt schwand es dem Blick, in wildem Gewirr durcheinander
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Stürzt der zierliche Bau dieser beweglichen Welt.
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Nein, dort schwebt es frohlockend herauf, der Knoten entwirrt sich,
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Nur mit verändertem Reiz stellet die Regel sich her.
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Ewig zerstört, es erzeugt sich ewig die drehende Schöpfung,
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Und ein stilles Gesetz lenkt der Verwandlungen Spiel.
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Sprich, wie geschiehts, daß rastlos erneut die Bildungen schwanken
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Und die Ruhe besteht in der bewegten Gestalt?
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Jeder ein Herrscher, frei, nur dem eigenen Herzen gehorchet
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Und im eilenden Lauf findet die einzige Bahn?
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Willst du es wissen? Es ist des Wohllauts mächtige Gottheit,
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Die zum geselligen Tanz ordnet den tobenden Sprung,
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Die, der Nemesis gleich, an des Rhythmus goldenem Zügel
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Lenkt die brausende Lust und die verwilderte zähmt.
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Und dir rauschen umsonst die Harmonien des Weltalls,
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Dich ergreift nicht der Strom dieses erhabnen Gesangs,
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Nicht der begeisternde Takt, den alle Wesen dir schlagen,
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Nicht der wirbelnde Tanz, der durch den ewigen Raum
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Leuchtende Sonnen schwingt in kühn gewundenen Bahnen?
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Das du im Spiele doch ehrst, fliehst du im Handeln, das Maß.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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