Die Freundschaft

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Friedrich Schiller: Die Freundschaft (1782)

1
Freund! genügsam ist der Wesenlenker –
2
Schämen sich kleinmeisterische Denker,
3
Die so ängstlich nach Gesetzen spähn –
4
Geisterreich und Körperweltgewühle
5
Wälzet

6
Um das Herz des großen Weltenraumes
7
Labyrinthenbahnen ziehn –
8
Nach
9
Wie zum Meere Bäche fliehn.

10
Wars nicht dies allmächtige Getriebe,
11
Das zum ewgen Jubelbund der Liebe
12
Raphael, an
13
Wag auch ich zur großen Geistersonne
14
Freudigmutig den Vollendungsgang.

15
Glücklich! glücklich!
16
Hab aus Millionen
17
Und aus Millionen
18
Laß das Chaos diese Welt umrütteln,
19
Durcheinander die Atomen schütteln:
20
Ewig fliehn sich unsre Herzen zu.

21
Muß ich nicht aus
22
Nur in
23
Schöner malt sich mir die schöne Erde,
24
Heller spiegelt in des Freunds Gebärde,
25
Reizender der Himmel sich.

26
Schwermut wirft die bange Tränenlasten,
27
Süßer von des Leidens Sturm zu rasten,
28
In der Liebe Busen ab; –
29
Sucht nicht selbst das folternde Entzücken
30
In des Freunds beredten Strahlenblicken
31
Ungeduldig ein wollüstges Grab? –

32
Stünd im All der Schöpfung ich alleine,
33
Seelen träumt' ich in die Felsensteine
34
Und umarmend küßt' ich sie –
35
Meine Klagen stöhnt' ich in die Lüfte,
36
Freute mich, antworteten die Klüfte,
37
Tor genug! der süßen Sympathie.

38
Tote Gruppen sind wir – wenn wir hassen,
39
Götter – wenn wir liebend uns umfassen!
40
Lechzen nach dem süßen Fesselzwang –
41
Aufwärts durch die tausendfache Stufen
42
Zahlenloser Geister, die nicht schufen,
43
Waltet göttlich dieser Drang.

44
Arm in Arme, höher stets und höher,
45
Vom Mongolen bis zum griechschen Seher,
46
Der sich an den letzten Seraph reiht,
47
Wallen wir, einmütgen Ringeltanzes,
48
Bis sich dort im Meer des ewgen Glanzes
49
Sterbend untertauchen Maß und Zeit. –

50
Freundlos war der große Weltenmeister,
51
Fühlte
52
Selge Spiegel
53
Fand das höchste Wesen schon kein gleiches,
54
Aus dem Kelch des ganzen Seelenreiches
55
Schäumt

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.