1. Von der Akademie

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Friedrich Schiller: 1. Von der Akademie (1782)

1
Ein großes Fest! – Laßt, Freunde, laßt erschallen! –
2
Ein schönes Fest weckt uns zu edler Lust!
3
Laßt himmelan den stolzen Jubel hallen,
4
Und Dankgefühl durchwalle jede Brust.

5
Einst wollte die Natur ein Fest erschaffen,
6
Ein Fest, wo Tugenden mit Grazien
7
Harmonisch ineinandertrafen
8
Und in dem schönsten Bunde sollten stehn,

9
Und dieses Fest aufs reizendste zu zieren,
10
Sah die Natur nach einem Namen um –
11
Franziskens Namen sollt es führen,
12
So war das Fest ein Heiligtum!

13
Und dieses Fest, ihr Freunde, ist erschienen,
14
Euch jauchz ichs mit Entzücken zu!
15
Jauchzt, Freunde, jauchzt mir nach: Es ist erschienen,
16
Und hüpft empor aus tatenloser Ruh!

17
Heut wird kein Ach gehört – heut fließet keine Träne;
18
Nur froher Dank steigt himmelwärts!
19
Die Luft erschallt von jubelndem Getöne,
20
Franziskens Name lebt durch jedes Herz.

21
Sie ist der Dürftgen Trost – sie gibt der Blöße Kleider,
22
Dem Durste gibt sie Trank, dem Hunger Brot!
23
Die Traurigen macht schon ihr Anblick heiter
24
Und scheucht vom Krankenlager weg den Tod.

25
Ihr Anblick segenvoll – wie Sonnenblick den Fluren,
26
Wie wenn vom Himmel Frühling niederströmt,
27
Belebend Feuer füllt die jauchzende Naturen,
28
Und alles wird mit Strahlen überschwemmt,

29
So lächelt alle Welt – So schimmern die Gefilde,
30
Wenn sie wie Göttin unter Menschen geht,
31
Von ihr fließt Segen aus und himmelvolle Milde
32
Auf jeden, den ihr sanfter Blick erspäht,

33
Ihr holder Name fliegt hoch auf des Ruhmes Flügeln,
34
Unsterblichkeit verheißt ihr jeder Blick,
35
Im Herzen thronet sie – und Freudentränen spiegeln
36
Franziskens holdes Himmelbild zurück.

37
So wandelt sie dahin auf Rosenpfaden,
38
Ihr Leben ist die schönste Harmonie,
39
Umglänzt von tausend tugendsamen Taten,
40
Seht die belohnte Tugend! – Sie!

41
O Freunde, laßt uns nie von unsrer Ehrfurcht wanken,
42
Laßt unser Herz Franziskens Denkmal sein!
43
So werden wir mit niedrigen Gedanken
44
Niemalen unser Herz entweihn!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Friedrich Schiller
(17591805)

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar, † 09.05.1805 in Weimar

männlich, geb. Schiller

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.