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Kan dir/ O edler Scherffenstein/
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Mein Thon noch was erfreulich seyn/
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Der du schon sitzst bey jenen Dichtern/
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Jm Schoß der grauen Ewigkeit/
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Und tritst mit Füssen Zeit und Neid/
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Bestrahlt mit tausend Sternen-Lichtern.
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Wie? Oder ists Elyser-Feld?
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Das eine Wohnung dir bestellt/
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Wo nichts als Liebligkeiten spielen:
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Wo stets der linde West-Wind schwebt/
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Und wenn er seine Flügel hebt/
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Den Ort pflegt rauschend’ abzukühlen.
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Wo Bäche voller Nectar gehn/
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Wo Bäume keinmal Frucht-loß stehn/
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Wo Flora sich zum Teppich machet.
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Und bald der Lilgen Attlas weist/
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Bald Tulipanen brennen heist/
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Bald durch Viol’ und Nelcken lachet.
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Wo früh’ ein rundter Perlen-Thau
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Besilbert den Schmaragd der Au/
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Und läst die Demant-Tropffen fallen:
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Wo unterm Schatten laufft ein Brunn/
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Verwahrt für Regen/ Lufft und Sonn’/
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Und spracht mit rieselnden Chrystallen.
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Da/ sag’ ich/ wo die göldne Zeit/
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Hat eine Tafel zubereit/
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Da niemand sonst als Götter speisen/
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Wo Schertz und Spiel die Liebe grüst/
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Wo Fried und Einigkeit sich küst/
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Und wechselweis’ einander preisen.
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Ein theurer Gast willkommen seyn/
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Der Opitz schleust dich in die Armen/
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Der klugen Geister Ungeheur/
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Der durch der Sinnen heilig Feur/
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Auch tode Marmel hieß erwarmen.
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Daß du deß müden Lebens Bahn
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Nach so viel Schmertz und Angst verlassen:
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Er meld Poetisch seinen Gruß/
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Und will mit einem Liebes-Kuß
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Dich Uberwinder jetzt umbfassen.
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Der Fürsten Rath/ der Ruhm der Zeit/
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Der so manch schönes Buch geschrieben,
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Er spricht: Solt ich dich jetzt verschmähn/
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Da ein Hof uns doch hat gesehn/
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Von wegen Kunst nicht ferner lieben.
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Den niemand sattsam preisen kan/
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Der Phönix Schlesischer Poeten/
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Stellt jetzt der Reden Donnern ein/
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Zu süssen Liedern neue Flöten.
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Und zeiget dir ein rund Gedicht/
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Auß dem du kanst den Zustand kennen/
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Wenn Laster man für Tugend ehrt/
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Wenn Thorheit oft die Weißheit lehrt/
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Und man pflegt Schwartzes Weiß zu nennen.
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Der sich biß an der Sonnen Hauß/
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Durch himmlisch Dichten hat geschwungen.
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Der zu den Sternen längst gereist/
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Und hier noch blüth auf vieler Zungen?
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Nein! Schlesiens sein Paradeiß/
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Das so viel hohe Dichter weiß/
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Als Teutschland sonsten nicht kan zeigen/
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Dieweil es keinen Ruhm begehrt/
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Und meine Feder es nicht werth/
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Heist mich auß Ehr-Furcht stille schweigen.
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Daß du kanst in Gesellschafft seyn
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Bey so viel Hoch-Erlauchten Seelen;
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Wie irr’ ich? Oder kommt auch mir
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Und will nicht seine Glut verhölen?
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Ach ja! Er fraget rund und frey.
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Daß sein Verlangen himmlisch sey/
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Und singet seine Liebes-Lieder;
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Du hörest sie entzücket an/
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Und sprichst: Wo dirs gefallen kan/
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So nimm sie deutsch gedolmetscht wieder.
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Es trit das seelge Volck hervor/
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Es rufft? Laß uns ein gantzes Chor/
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Du neuer Geist von Stimmen hören.
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Vermische doch dein Orgelwerck
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Mit unserm grünen Pindus-Berg/
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Wir singen selber dir zu Ehren.
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Das sich wie Cedern breitet aus/
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Und schöner als die Palmen grünet/
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Nun viertzig Jahr als treuer Knecht/
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In deinem Handel schlecht und recht/
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Nicht mit geringem Nuhm bedienet.
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Wie manches Lied/ wie mancher Thon/
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Ist doch/ du kluger Musen-Sohn/
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Aus deinem Mund und Kiel geflossen?
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Nun siehst du/ wie der Schwanen Schaar/
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Bekröhnt mit Lorbern deine Haar/
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Und nennt dich ihren Mit-Genossen.
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Und laß dir nicht verdrießlich seyn/
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Den Nachruff/ der dich itzt begleitet:
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„diß ist der Musen Eigenthum/
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&q;Daß man Gelehrter Leute Ruhm
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&q;Und ihr Gedächtnüß weit außbreitet.