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Der Griechen Leichen-Dienst/ den theils jetzund verüben/
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Nachdem das Türcksche Joch sie gantz bewältigt hat/
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Stellt zwar Exempel vor von ihrem treuen Lieben/
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Doch findet Aberglaub’ allda die meiste statt.
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Denn/ wenn Mann oder Weib von hinnen abgefahren/
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Hat man des Grabes Ort mit einem Pfal beehrt/
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Dran Thiere/ Hirsch und Reh gehenckt in Bildern waren/
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So von des Todten Ruhm und Eigenschafft gelehrt.
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Sie zeigten so die Treu und Fleiß in den Geschäfften/
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Ja was ein Ehgatt mehr dem andern Guts gethan/
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Sie raufften gar ihr Haar/ und liessens daran hefften
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Die Tieffe ihres Leids hierdurch zu melden an.
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Doch eitler Aberwitz! Wir/ die wir CHristum kennen
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Und in dem Gnaden-Bund der Kinder GOttes stehn/
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Die wissen unser Leid weit anders zu benennen/
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Wann über unsern Kopff so schwartze Wolcken gehn.
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In Jammer-Fluthen schwim̃t ist nicht verwunderns werth/
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Weil der ergrimmte Schlag von einem solchen Schmertze/
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Recht durch den Mittel-Punct der treuen Seele fährt.
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Es wird sein bester Schatz/ der Außzug aller Freuden
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Des Hertzens halber Theil in ihren Sarch gelegt.
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Er siht jetzt Lieb und Treu von seiner Seiten scheiden/
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Und wie die Asche man davon zu Grabe trägt.
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Er misst die Tugenden/ so ihn vorhin ergetzet/
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Des Hauses Wachsamkeit hat sich nunmehr verwacht:
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Die Mutter so beglückt an Söhnen ward geschätzet/
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Die Kummer-Wenderin geht in die lange Nacht.
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Er darff nicht erst ihr Grab mit einem Bild bekräntzen/
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So lange sie gelebt war sie der Tugend Bild:
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Sie wiech nach Schnecken-Art nicht aus des Hauses Gräntzen/
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Die stille Frömmigkeit blieb stets ihr Ehren-Schild,
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Doch weil es Christlich ist/ und es auch rühmlich heisset/
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Daß man der Todten Ruhm der Nach-Welt einverleibt/
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Und ihr so reines Grab von eigner Zierath gleisset/
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Die in Gemüthern blüht und stets beständig bleibt/
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So soll ein Vogel jetzt ihr Angedencken ehren/
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Der von dem Paradiß den schönen Nahmen führt/
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Der die Unsterbligkeit kan durch sein Vorbild lehren
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Molucco sendet ihn aus seinen reichen Inseln/
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Wo Nelcken/ Mastix/ Zimm’t in reichster Fruchtbarkeit/
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Es kan der Mahler Hand mit allen ihren Pinseln
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Erreichen nimmermehr der Farben Unterscheid:
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Denlängst der Käyser Gunst in Adel-Stand gesetzt/
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Der Nach-Ruhm meldet noch auff mehr denn hundert Zungen
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Es gläntzt des Vogels Haupt mit grün und blauen Straalen/
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Biß ein recht göldner Schein der Farbē Schmuck vermehrt.
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Sie konte der Saphir der seltnen Keuschheit mahlen
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Der Reinligkeit Smaragd wurd überall geehrt.
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Des Vogels Feuer-Glantz scheint Sternen ob zu siegen/
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Weil wunder-schöne Zier den gantzen Leib besternnt:
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Sie hat mit Tugenden den Pöbel überstiegen/
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Und mehr als güldne Zucht von Jugend auff gelernt.
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Mehr ist nur Himmels-Thau des zarten Vogels Essen;
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Jhr war die heilge Schrifft das wahre Himmel-Brodt/
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Sie hat nie bey der Lust der schnöden Welt gesessen/
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Weil ihr Veranügen stund nur bey dem höchsten GOtt.
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Denn/ sagt der jenen Mund so die Natur durchgangen/
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Und ihre Heimligkeit der Nach-Welt kund gethan/
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Daß nie der Vogel sich an einen Baum gehangen/
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Er ruhte schwebende auff blauer Lüffte Bahn.
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Es taurte Tag und Nacht sein unablässig fliegen/
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Und dieses schien ein Bild der steten Ewigkeit.
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Es man nun dieser Schluß ob-oder unterliegen
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Ich bin jetzt nicht geschickt zu schlichten diesen Streit:
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Das ist doch einmah! wahr/ daß der entseelten Frauen
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Entbrandter Himmels-Geist dem Vogel gleiche kam/
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Und ließ bey Andacht mehr sich als der Wollust schauen/
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Weil sie der Sinnen Fahrt nur nach dem Himmel nahm.
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Sie hat auch nie geruht in deß Beruffes Schrancken/
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Mit Embsigkeit und Treu versorgt des Hauses Heil.
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Bedacht/ wie sie erfüllt deß Eh-Gemahls Gedancken/
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Weil seiner Wolfarth Nutz auch ihrer Wolfarth Theil.
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Der Manucodiat haßt Heck/ und dick Gesträuche/
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Fleucht sumpfichten Morast und Pflützen voller Schlam:
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Sie nicht mit minderm Grimm die üppigen Gebräuche/
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Als die ein lockend Gifft der Sunde Brut und Sam’.
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Und solt ihr edler Geist noch hier auf Erden schweben?
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Wo Untreu/ List/ Betrug der Menschen Klugheit heist/
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Wo wie im Vogel-Leim die Seelen bleiben kleben/
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Und auf Verstellungs-Kunst der Mensch sich nur befleist.
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Und wie dem Vogel nutzt sein fliegendes bemühen/
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Weil ihn kein Garn berückt/ kein Vogler leicht nicht fängt/
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So kan die Lust-Siren den niemals nach sich ziehen/
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Es freut der Vogel sich/ je näher er der Sonnen:
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Welch Mensch der wolte nicht der Engel Nachbar seyn?
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Auß Liebe gegen GOtt ist sie als Wachs zerronnen/
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Weil sie hat weich gemacht deß Höchsten Allmacht Schein.
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Fällt euren Sinnen bey/ und Zeit und Ewigkeit
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Auf gleiche Schalen legt/ ich weiß es übersteiget/
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Der wolgetroffne Tausch das Jammer-reiche Leid.
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Zwar daß der Mutter-Hertz nicht solt in Stücken springen/
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Wann sie ihr eintzig Kind/ ihr Kleinot/ scharrt in Sand:
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Schilt auch kein Hertze nicht/ das hart als Diamant.
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Alleine weil sie war so an das Liecht gebohren/
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Daß Auf- und Untergang ihr an der Seiten stund/
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Hat sie zum Hauß der Ruh das Paradiß erkohren/
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Unb gleich dem Labyrinth geacht der Erden Grund.
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Es wächst in Mexico auch eine solche Blume/
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Die auff den Blättern recht des Vogels Federn trägt/
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Sie sprost auch der Artzney nicht zu geringem Ruhme/
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Weil sie der Brust zu gut des Magens Schmertzen legt.
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Ich wünsche daß die Blum auß seinem Ehe-Garten/
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Denn wenn erreifferwegt der seltnen Tugend Arten/
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So schläfft der Balsam noch des Traurens Unmuth ein.