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Mensch/ dessen Uhrsprungs-Quell aus Staub und Erden
fleuft/
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Wilstu dein irdisch Haus und seinen Fall beweinen/
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So laß ohn unterlaß die Jammer-Thränen scheinen/
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Dieweil ein ewig Weh dein gantzes Thun beschleust;
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Fang an in Mutterleib von Noth und Angst zusagen/
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Biß man dich wieder wird zu deiner Mutter tragen.
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Du hast ja kaum das Licht der güldnen Sonn erblickt/
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So müssen dich alsbald die strengen Windeln binden/
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Und gleichsam Fessel seyn/ an welchen nichts zu finden/
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Als Zeugen dieser Noth/ die dich von Anfang drückt.
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Die Kindheit kennt sich nicht/ und weiß von keinen Jahren/
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Biß daß sie erst darnach derselben Flucht erfahren.
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Denn tritt die Jugend an/ des Alters Leutz und May/
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Der voller Rosenblüth/ und schöne Blumen heget/
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Die die Ergetzligkeit auff weichen Händen träget/
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Daß auch der meisten Hertz entbrennt in Raserey.
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Der selbst ein Spiel der Zeit/ verspielet seine Zeiten/
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Und jener läst sich Furcht und Hoffnung überstreiten.
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Dem sinckt die Lieb ins Hertz/ gleich wie ein schneller Pfeil/
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Die Gluth dringt durch das Blut/ und wallet in den Gliedern/
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Der angenehme Blitz der aus den Augenliedern
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Mit holder Anmuth spielt/ macht seine Wunden heil.
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Diß ist der gröste Wunsch/ so sucht man sein Verderben/
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Und so wil auch der Mensch auff Wollust-Federn sterben.
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Den dürst nach Menschen-Blut/
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Vermischt Verzweiffelung mit Zagheit offt zusammen/
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Und suchet seinen Tod/ wo die Carthaunen Flammen/
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Und Blitz und Hagel speyn/ den findet er auch hier.
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Ein ander schwächt den Leib mit ungeheurem sauffen/
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Und pflegt ihm für sein Geld die gröste Noth zu kauffen.
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Wen treibt nicht die Begier durch Erde/ Lufft und See?
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Der wil die gantze Welt in seinen Kopff einschliessen/
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Und jener frembde Sünd aus frembden Landen wissen/
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Und wo die Uppigkeit im besten schwange geh’
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Er setzt die Rechnung auff und richtet sich nach Sachen/
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Die auch die Eitelkeit weit eitler könte machen.
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In zwischen Furcht und Angst/ in zwischen Freud und Leid
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Muß der geklemmte Geist in seinem Kercker schwitzen/
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Wann Hochmuth und der Geitz bey uns zu rathe sitzen
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Da den der Ehren-Dunst/ und jenen Geld erfreut.
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Das Geld und auch das Gold/ das blaß von heissen Zähren/
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Sol nach der meisten Spruch den Himmel uns gewehren.
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So fährt die Zeit dahin/ biß an der Jahre Schnee/
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Das Leben kocht in Angst/ die Seel in tausend Schmertzen/
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Wenn in dem Munde Lust und süsse Worte schertzen:
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Offt liegt beym Zuckerrohr ein bittres Aloe.
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So ist des Lebens Glantz ein Englisch seyn von forne/
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Das Teufflisch uns bekriegt/ die Rose steckt im Dorne.
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Leg einen Purpur um/ gewinne Cron und Thron/
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Häng’ einen Diamant an den gesalbten Nacken;
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Und du nimm einen Hut von Stroh und eine Hacken/
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Laß sehn ob auch der Tod nach gleichen Würden lohn?
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Es ist ein gleicher Schluß/ der Jugend guldne Haare/
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Der alten graues Haupt bedecket eine Baare.
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Wiewohl die Sterbligkeit gewisse Schrancken hat!
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Der stirbt noch eh er stirbt/ und noch für seinem Leben/
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So ist er schon dem Tod zum Opffer hingegeben/
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Und kriegt in Mutterleib auch seine Grabestatt.
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Der sucht den Tod im Bett und findt ihn auff der Gassen/
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Ein ander liebt das Grab/ ein ander pflegts zu hassen.
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Der fällt durch Schwerd und Brand/ der stirbet auff dem
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Der geht mit frischem Muth aus seinen Heimaths-Gräntzen/
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Und muß noch vor der Nacht/ und vor der Sterne gläntzen/
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In seinem Sande seyn; den frisset die Beschwer
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Die Kranckheit ausgebrüt bey vielen sichen Tagen/
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Und jener wird zu tod auff einer Reiß erschlagen.
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Elende sterblichen/ gebrechliches Geschlecht/
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Entsinnet bey euch selbst wie eitel euer Leben/
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Und einem ieden Blick und Zufall unter geben/
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Ich weiß ihr sprecht mir selbst die wahre Dentung recht.
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Das Leben ist ein Traum/ der Mensch des Lebens Schatten/
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Zu dem sich Angst und Pein in steter Reyhe gatten.
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Und wolte wolte GOtt daß dieses Klag-Gedichte/
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Uns auff ein ander Werck verpflichter Freundschafft richte/
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Wie tief der schnelle Tod uns in die Seele schneidet/
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Das weiß ein ieder Mensch der gleiche Wehmuth leidet!
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Muß diß der letzte Dienst bey dir/
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Wirstu von unsrer Brust so zeitlich weggerissen!
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Muß unser Hertz in Leid und Thränen gantz zufliessen!
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Ach wie so gar zu früh stellt sich der Tod itzt ein!
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Des Leibes frische Krafft/ die Stärcke deiner Glieder
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Der Jugend Liebligkeit fällt plötzlich gantz darnieder.
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So schweigt der liebe Mund der uns so offt ergetzt/
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Wenn uns ein gleicher Tisch und gleiche Treu verbunden/
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Wenn wir die Lehr-Begier der Wissenschafft empfunden/
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Wenn uns der Musen-Quell mit seinem Naß benetzt.
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Der Sitten Höffligkeit/ der Freundschafft reine Liebe/
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Die macht daß ieder sich ob diesem Fall betrübe.
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Du hast so liederlich wie mancher nicht gethan/
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Der Honig in dem Mund und Gall im Hertzen führet/
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Der offt ein höfflich Wort mit frembden Farben zieret/
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Und hängt das Schlangen-Gifft zu einen Ausschlag dran.
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Dein ungefärbtes Hertz must’ allen offen stehen/
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Du warest nicht gewohnt mit Lügen umzugehen.