Berg-Reyhen Auf Hn. C. W. u. F. A. S. V. g. H. Hoch- zeit den 29. Apr. 1680.

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Heinrich Mühlpfort: Berg-Reyhen Auf Hn. C. W. u. F. A. S. V. g. H. Hoch- zeit den 29. Apr. 1680. (1686)

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Herr Weiß er hat auf seinen Zechen
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So manchen guten Gux erlangt;
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Und weiß wie man das Ertz sol brechen
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Das in der Menschen Augen prangt/
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Läst er nun Fahrt und Stollen stehen/
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Verändert Vorsatz/ Hertz und Sinn/
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Und wil in Schlesien gar gehen/
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Was suchet er da vor Gewinn?

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Er ist ja nicht Bergsüchtig worden/
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Das zeigt die lebende Gestalt/
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So thut ihm auch der kalte Norden
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Durch die Gewonheit nicht Gewalt.
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Es müssen andere Magneten
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Jhm seine Wünschel-Ruthe ziehn/
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Wo er wil bauen/ schmeltzen/ löthen
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Und in gewünschter Nahrung blühn.

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Wie/ oder wil er dem nachsetzen/
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Wie das gemeine Sprüchwort klang?
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Nichts kan den Bergmann mehr ergetzen/
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Als ein schön Weib und ein schön Gang.
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Und sucht er Fletzen und Geschicke
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Bey seiner liebsten
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So rühm ich billich das Gelücke
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Das ihn gewiesen hat dahin.

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Ein Berg-Mann kan nicht immer hauen/
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Er hat auch seine Wechsel-Schicht;
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Es ist ihm auch vergunt zu schauen
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Nach einem klaren Angesicht.
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Wann ihn der Berg-Münch hat erschrecket
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Und daß er auffgefahren ist/
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So wird ihm neue Krafft erwecket/
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Wenn ihn sein Liebes-Engel küst.

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Sein Außbeuth bleibt doch Ertz und Liebe
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Die Mehrerin der gantzen Welt/
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Zu diesem herrlichen Geschiebe
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Wird aller Nachschlag angestellt.
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Wer seinen Gang bringt so ins streichen/
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Als wie
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Der kan die rechte Zeit erreichen/
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Und schaut vollkommen alles an.

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Er findt den Vogel in dem Neste/
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Der Gang entblösset seinen Bauch;
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Frau Braut der Knapp' ist wol der beste
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Den Gruben-Compaß braucht er auch/
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Er wird bald muthen und drauff schürffen
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Bestätigen und werffen Seil/
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Biß er/ wird gar ansitzen durffen
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Die Fluth verschroten in der Eil.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Mühlpfort
(16391681)

* 10.07.1639 in Breslau, † 01.07.1681 in Breslau

männlich, geb. Mühlpfort

deutscher und lateinischer Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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