Der handlende Mercur und siegende Cupido Bey H. F. B. u. J. H. G. Hochz. 14. Nov. 1679

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Heinrich Mühlpfort: Der handlende Mercur und siegende Cupido Bey H. F. B. u. J. H. G. Hochz. 14. Nov. 1679 (1686)

1
Weicht nur ihr Götter weicht für meiner Herrligkeit/
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Mein mächtig Scepter drückt all eure Hoheit nieder/
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Jm Köcher führ' ich Brand und Funcken im Gefider/
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Und meiner Siege Ruhm erschallet weit und breit.
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Der Himmel ist nicht frey und Jupiter gefangen/
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Wenn dieser schnelle Pfeil durch seine Brust gegangen.

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Daß die Verwegenheit dir angebohren sey/
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Erweist du täglich noch mit Worten und mit Wercken/
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Man kan den Ubermuth aus deinen Thaten mercken/
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Ein Kind/ das nackt und bloß/ gantz ohne Scham und Schen
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Greift auch die Götter an/ ach unbesonner Knabe/
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Gedencke doch wie viel der Himmel Keile habe!

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Die Donnerkeile sind nur Stroh für meinem Pfeil/
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Und flüchtiger Mercur erinn’re dich der Stunden/
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Da sich die Chione umb deinen Halß gewunden.
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Sucht nicht wer tödlich kranck bey mir noch Hülf und Heil.
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Ich mache Löwen zahm und spiele mit den Drachen/
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Die Tyger müssen stehn/ die Crocodilen lachen.

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Nichts als nur Schadenfroh/ was gleicht sich meinem Ruhm?
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Die Götter brauchen mich zu ihrem Abgesandten/
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Ich bin der Scheide-Mann bey Fried und Kriegs Verwandten.
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So ist Beredsamkeit mein eintzig Eigenthum
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Es hat die Lilien die Vorwelt mir geweyhet/
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Weil offters meine Zung anmuthig sie erfreuet.

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Du fühlst die Ohren nur/ ich aber Seel und Geist/
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Man kan bey schwartzer Nacht nicht so viel Sterne kennen/
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Als von der Liebe Gluth mir treue Hertzen brennen.
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Und was diß grosse Rund in seinem Kreiß beschleust
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Hengt meiner Regung nach/ empfindt die süssen Züge/
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Womit ich Hertz an Hertz und Seel an Seele füge.

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Die Flamme die du rühmst brennt viel in Asch und Grauß/
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Ich baue Land und Stadt/ mein handeln und verkehren
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Wird uns die neue Welt durch Kauffmanschafft gewehren
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Was bringt uns nicht vor Gut so manches Segel-Hauß?
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Wir speisen Indien und China auff dem Tische/
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Ja der beeiste Nord muß liefern seine Fische.

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Es sey/ ein Kauffmann muß durch Hitze Frost und Schnee
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Durch Unruh und Gefahr in frembde Länder reisen.
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Ist mein ergebnes Volck nicht seliger zu preisen?
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Das ruht bey einem Baum/ das schläfft in bundtem Klee/
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Treibt kein Gewerbe nicht/ weiß Wechsel nicht zu schlüssen/
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Das beste

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Weg mit der Näscherey du Sinnen-loses Kind/
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Hat nicht das güldne Rom mir Tempel aufgesetzet/
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Weil ich den Handels-Mann stets mit Gewinn ergetzet?
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Reicht er nicht Lorbern mir/ die reine Jungfern sind/
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Die tauch ich vor in Brunn/ die Waaren zu besprengen/
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Damit hernach das Volck zum Kauff sich möge drängen.

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Schau an ein Jungfern-Bild/ ob Tempel und Altar/
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Du mir nicht wirst gebaut in ihrer Seele finden.
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Schau wie die Augen sich den Blitzen gleich entzünden/
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Der Rosen-volle Mund/ das aufgekrauste Haar/
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Der Wangen Milch und Blut/ sind angenehme Waaren/
54
Hier wird/ wer kauffen will/ das Lager-Geld nicht sparen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Mühlpfort
(16391681)

* 10.07.1639 in Breslau, † 01.07.1681 in Breslau

männlich, geb. Mühlpfort

deutscher und lateinischer Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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