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Es thürmte sich ein Berg in Cypris Insel auf/
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Den längst das Alterthum der Venus hat geweihet/
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Und den die Anmuth selbst mit Rosen überstreuet/
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Es nahm ein grosses Volck zu diesem seinen Lauff/
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Theils umb die Heiligkeit der Göttin zu versöhnen/
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Theils auch aus Schuld und Pflicht ihr Lust-Altar zu krönen.
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Des Himmels Meister-Stück/ das liebliche Geschlecht/
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Das schöne Jungfern-Volck/ dem zu der Männer Leben
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Der kleine Liebes-Gott die Schlüssel hat gegeben/
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War wachsam daß niemand unreines Opffer brächt/
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Und ihrer Ampeln Glut mit falschem Oel entzündte/
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Als daß zu steter Treu ein ewig Schwur verbindte.
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Viel klagten ihre Noth und zogen jener Zeit/
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Verblaßte Buhler an/ wie Dido sich erstochen/
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Und Sappho von dem Fels den kühnen Hals gebrochen/
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Leandern in der Flut sein Ende war bereit;
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Adon/ den Venus gar dem Himmel fürgesetzet/
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Durch ein ergrimmtes Schwein im Walde ward verletzet.
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Theils stunden murmelnde und wolten ihr Gesicht/
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Von Schaam und Furcht bestrickt nicht zu der Göttin heben:
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Die schalt ihr Einsamkeit und Kummer-volles Leben;
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Ein’ andre; daß der Lieb oft der Verstand gebricht/
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Und das/ der heute küßt/ offt morgen nicht mehr grüsset/
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Und bey geschworner Treu man den Bestand vermisset.
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Viel seufftzten/ daß sie viel auf Worte nur getraut/
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Da doch der Männer Schwur ein Spiel der leichten Winde:
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Die weinten/ daß die Zeit und Schönheit bald verschwinde/
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Und daß auf schlipffrig Eiß man in dem Lieben baut:
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Noch andre wolten gar des Lebens Rest verdammen/
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In dem Cupido sie nicht einmal fügt zusammen.
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Dione derer Thron mit Herrligkeit umzirckt/
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Und von Jeßminen-Oel und Balsam angefeuchtet/
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Sah’ wie die Morgenröth’ im ersten Purpur leuchtet:
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Es schien ihr güldnes Kleid von Sternen gantz durchwürckt/
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Und als deß Scepters Stab sie dreymahl kräfftig rührte/
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Vernahm man ohngefehr die Worte/ so sie führte:
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Ich Göttin/ der das Reich der vier-getheilten Welt
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Muß unterthänig seyn; die Götter kan bezwingen/
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Und Hertzen von Metall in meine Dienste bringen/
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Der selbst der Donner-Gott gebückt zu Fusse fällt/
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Will meines Reiches Macht auf heute noch erweitern/
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Es soll nicht bloß allhier sich meine Sonn’ erheitern.
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Da/ wo sie Schlesien mit seinen Bergen spitzt/
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Soll meine Wunder-Krafft noch ihren Zweck erreichen;
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Es muß dem werthen Ort auch dieser Tempel weichen:
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Vergebens habt ihr mir mein Heiligthum erhitzt
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Durch vieler Lichter Reich’/ der Weyrauch so mir brennet/
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Wird nur in Schlesien in reinster Glut erkennet.
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Auf/ meine Gratien! auf/ Freude/ Schertz und Spiel!
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Spannt meine Schwanen an, ich lasse Berg’ und Höhen/
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Das ich mit reiner Wonn’ und Lust beblümen will.
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Die Rosen heisser Brunst/ die Treu-gefüllten Nelcken/
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Die sollen auf der Brust
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Durch meiner Muschel Schiff auß Thetis Schoß erhoben/
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Nicht Eryx nur allein und Amathunt hält Glut;
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Und wie ich Flammen kan in seine Zimmer jagen.
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Diß ist mein Zeit-Vertreib/ daß ich der
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Und mit erhabner Pracht zu Bergen sich gesellen:
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Ja/ wo ich Königin der Liebe geh’ und steh/
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Blühn unter meinem Fuß der Wollust Tuberosen/
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Und meine Hand allein schenckt die Vergnügungs-Rosen.
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Sie schloß und rief alsbald dem Braut-Gott Hymen zu:
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Du sihst ein edles Paar zu meinen Füssen liegen;
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Frolocke daß mein Reich von so viel tausend Siegen
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Noch immer grösser wird/ und/ weil nur Fried und Ruh/
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Mein Haupt Gesetze bleibt: So dopple deine Brände/
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Verknüpff’ in gleiches Band der beyden Seel’ und Hände.
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Uhrplötzlich sahe man die nackte Flügel-Schaar/
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Leicht-sinnig von Gestalt und flüchtig einher treten/
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Sie trugen Myrten-Laub und frische Rosen-Ketten/
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Mit welchen sie verknüpfft das angenehme Paar,
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War mühsam in ihr Garn diß
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Cupido rief erfreut: Wo
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Da pflegt die Fruchtbarkeit sonst wesentlich zu wohnen;
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Lebt itzt/ vergnügte zwey bey euren Tugend-Kronen/
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Und füllet/ wie ihr solt/ den Bau der grossen Welt:
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So viel als Blumen sind auf
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So viel sol Segen auch umb euer Eh-Bett stehen.