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Ich wünsche mir ietzt Glut- und Flammen-reiche Zeilen/
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Denn wer von Liebe schreibt und nicht die Feder
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Und hat den rechten Zweck der Anmuth nicht erkennt.
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Die Reden müssen hier den schönsten Rosen gleichen/
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In die der liebe West den süssen Athem haucht/
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Es muß jedwedes Wort die Venus überstreichen
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Mit Balsam/ den sie sonst zu ihrer Zierrath braucht.
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So hat Ovidius voll Seel und Geist geschrieben/
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Wenn er dem klugen Rom die Kunst zu lieben wies/
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Der liebliche Tibull ist auf der Spur geblieben/
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Wenn er die Cynthia sein ander Leben hieß.
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Es kan ihr schönes Buch die Hertzen noch entzünden/
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Jhr reitzender Gesang bezaubert Sinn und Muth;
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So daß der Kern der Lust bey ihnen ist zu finden
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Und ihre gantze Schrifft ein Aetna voller Glut.
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Mir fehlt dergleichen Art und Zunder solcher Dinge/
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Es kleidet meinen Reim kein angenehme Zier;
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Doch treu Verliebte Zwey ich stell in einem Ringe
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Der Liebe theurem Pfand/ euch eure Flammen für.
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Es ist ein güldner Ring verdienter Würde Zeichen.
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Es hat die alte Welt Gesandten mit geehrt/
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Und Räthen/ welche nie von ihrem Fürsten weichen/
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Hat vor erwießne Treu ein güldner Ring gehört.
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Der zieret eure Lieb’ und eurer
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Wer kennet schönste Braut den werthen
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Es rühmet seine Treu/ Fürst/ Fürstenthum und Stände/
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Und nennet ihn mit recht/ der Rechte Trost und Licht.
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Sol was verbündlich seyn in Menschlichen Geschäfften/
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So muß der Siegel-Ring der beste Zeuge seyn.
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Da eure Hertzen sich jetzt fest zusammen hefften/
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So räumt ihr ja dem Ring das erste Vortheil ein.
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Ja es vollzieht ein Ring den erst und letzten Willen/
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Wir brauchen ihn zur Eh’ und wieder in dem Todt/
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Denn als wir noch das Grab mit unserm Leibe füllen/
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Bezeugt ein Testament des Sterbenden Geboth.
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Deß Ringes Ubergab erklärt den wahren Erben:
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Ließ Alexander nicht sein weites Reich so stehn/
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Und wer vom grossen Carl kont’ ein Abtey erwerben/
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Der mochte von ihm weg im Ring und Stabe gehn.
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Ja was mehr Wunderns werth/ des Meeres wilde Wellen/
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Die hat Venedig sich durch einen Ring vermählt.
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Wenn man den Käysern pflegt die Kronen zuzustellen/
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So wird ein Ring dabey/ der Würde Bild gezehlt.
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Alleine dieses dient jetzt nicht verliebten Ohren/
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Es sey der Völcker Brauch und Recht dahin gestellt;
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Es hat in einem Ring zusammen sich geschworen/
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Was den so grossen Bau der Erden Kugel hält.
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Und mahlt nicht die Natur am blauen Himmels-Bogen/
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Den herrlichsten Saphier ins Ringes Zirckel ab?
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In diese Rundung sind die Sterne selbst gezogen/
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Die Sonn und auch der Mond hat gleichen Messe-Stab.
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Es bild’t Egyptens-Witz die Ewigkeit im Ringe/
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Man stellet durch den Ring den Lauff der Jahre für.
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So sag’ ich dieses sind zwar Lobens werthe Dinge/
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Und andre Wissenschafft der Ehren Ring verdient.
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Nun sieht er wie die Braut von Preißbahrem Geschlechte/
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Des holden Jungfern Volcks als eine Palme grünt.
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Und ist sie nicht ein Ring holdseel ger Liebligkeiten/
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Der tausend Gratien in seinen Zirckel schleust?
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Es mag die neue Welt mit edlen Steinen streiten/
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Die alle sticht hinweg ihr Tugend-edler Geist.
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Und wo die Schönheit ist ein güldner Ring zu nennen/
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So läst der Glieder Schmuck die schönsten Ringe sehn:
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Der Haare weiches Gold giebt satsam zu erkennen/
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In was vor Würbel sich die zarten Locken drehn.
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Es mag der Diamant gekrönte Häupter zieren/
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So Leben/ Seel und Geist mit ihrem Blitzen rühren/
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So als zwey Sonnen stehn auf Paphiens Altar.
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Ist nicht der Mund ein Ring versetzet mit Rubinen/
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Trägt nicht der Wangen Kreiß Achaten voller Pracht?
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Es muß der Frauen Schmuck sonst Kunst und Arbeit dienen/
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Hier hat es die Natur in einen Ring gebracht/
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Der Brüste Marmel-Ring gespitzet mit Granaten/
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Der suchte seinen Leib darunter zu verrathen/
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Hier zeugen Aug und Mund im Hertzen Flamm und Brand.
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Es trieb die Zanber-Kunst durch Ringe seltne Wunder/
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Hat Wunden zugeheilt und tolle Lieb erweckt.
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Nein/ Eure Liebe kommt von gar weit anderm Zunder/
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Die eigenhändig hat die Tugend angesteckt.
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Es wird der Hannibal durch einen Ring vergifftet/
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Demosthenes starb so und floh die Tyranney.
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Durch euren Liebes-Ring wird Freud und Lust gestifftet/
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Ja eures Nahmens Ruhm bleibt von Verwesen frey.
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Wil schon Polycrates sein Glücke trotzig pochen/
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Und wirfft den theuren Ring hochmüthig in das Meer;
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So wißt ihr euer Glück bey eurem GOtt zu suchen/
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Und glaubt daß alles Heil von oben komme her.
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Die Buhler trugen oft der Liebsten Bild im Ringe/
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Jhr habt einander selbst in Hertz und Seel geprägt/
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Seyd sicher daß noch Neid/ noch Zeit den Bund verdringe/
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Zu dem die Ewigkeit den Grundstein hat gelegt.
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Beglückte Liebende küst auch der Eltern Bilder/
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Auß denen wesentlich der Tugend Fackel strahlt/
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Die lengst Mnemosyne in ihre Ruhm Gefilder/
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Zum Spiegel wahrer Treu lebendig abgemahlt.
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Den besten Ehren-Danck setzt die Vergnügung auff/
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Wer nun als Sieger will die Beute davon bringen/
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Der muß gerade zu vollbringen seinen Lauff.
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Unendlich ist ein Ring. Es sey auch sonder Ende.
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Die keusche Liebes-Glut/ und Hertzens-Einigkeit.
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Der Himmel segne selbst die angesteckten Brände/
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Ich ruffe: Lebt und blüht in Segen/ Ruh und Freud.