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Brich angenehme Nacht mit deinem Schmuck' hervor/
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Wie sehr du sonst verhast so wirstu hier geliebet/
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Weil deine tieffe still offt mehr Ergetzung giebet/
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Als wenn der Tag sich weist an seinem Rosen-Thor/
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Wer jemahls nur geliebt/ hat Opffer dir gebrennet/
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Damit kein Argus nicht sein heimlich Feur gekennet.
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Erschein’ ingleichen auch der Clitemnestern Sohn/
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Du süsser Abendstern mit deinen güldnen Brüdern/
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Führt euren Reihen-Dantz und singt was von den Liedern/
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So heisse Lieb’ erdacht/ als vor der Venus Thron
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Die Hertzen sich gebückt/ das wunderholde wackeln
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Zeugt noch ein lebend Feur in den verliebten Fackeln.
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Du wirst dein Silberlicht Diana nicht entziehn/
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Gedenck’ an jene Zeit und abgestohlne Freuden/
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Da Latmus Steine dich von Flammen sahen glühn/
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Als du Endimion dem Himmel vorgezogen/
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Und hiengst an seiner Brust und nicht an deinem Bogen.
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Jhr Sternen die ihr nun verschwendrisch habt geliebt/
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Geht auf mit eurem Strahl und helfft die Braut-Nacht ziehren/
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Der schlauhen Unter-Welt/ die sich im Lieben übt/
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Und vor der Sonnen-Licht des Mondenschein erwehlet/
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Wenn sie die Einsamkeit bestimmter Stunden zehlet.
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Leandern ward bey Nacht und nicht bey Tage heiß/
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In diese Kappe will ein Buhler sich verhüllen/
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Die frische Regung läst sich nicht mit Worten stillen/
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Der Mensch der ist nur Mensch/ und nicht ein Zemblisch Eiß/
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Die kalte Mitternacht starrt nicht in seinen Gliedern/
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Wenn Liebes-Plitze gehn von schönen Augen Liedern.
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Ob für Gerichte gleich die Schönheit wird verklagt/
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Kan Phrynens Lilgen-Brust der Richter Augen fangen/
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Daß sie Barmhertzigkeit/ dem Recht nicht nachgehangen/
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Daß der verliebte Mund nicht/ was der Würffel/ sagt.
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Man weiß die Ursach auch so ihr Gesetz umbtrieben/
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Pericles den Athen und Grichen-Land gehört/
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Hat bey Aspasien was ihn bewegt/ gefunden/
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Der Lacon und sein Weib sagt von Epaminonden
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(dem Abgott jener Zeit/ der Länder hat zerstört)
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Daß Lieb ihn nur ergetzt; der Periander brannte/
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Als in Pelopones’ er einst Melissen kannte.
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Und ists nun wunderns werth/ daß itzt auch Flammen fühlt
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Das neu-verknüpffte Paar/ daß sich die Geister regen/
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Und zu verstrickter Gunst itzt neuen Zunder hegen/
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Daß Gegen-Liebe stets auß beyder Augen spielt/
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Und die Vereinigung der Seelen gleichsam zeiget/
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Ob schon der Mund nichts sagt/ und ob die Lippe schweiget.
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Wie aber schöne Braut beliebt ihr denn die Nacht?
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(welch Cato will mich hier
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Der Abend pflegt sonst auch bey Nimfen viel zu gelten/
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Der offt mit Schertz/ und Spiel/ und Lust wird zugebracht/
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Ists/ daß vielleicht die Träum Ergetzligkeiten geben?
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Wie? oder kan man da in etwas freyer leben.
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Odatis hatte zwar zuvor im Traum gesehn
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Den schönen Zariad/ und als er sich verkleidet/
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Ein unbekandter Gast an ihr die Augen weidet/
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Ist doch der Heyrath-Schluß mit Wnndern noch gescheh’n.
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Er steht vor andern da dem sie die Schale giebet/
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Und auch zugleich das Hertz/ das vor im Traum’ geliebet.
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Welch Jungfern Bild wünscht nicht dergleichen liebe Nacht/
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Daß ihr ein Both’ ein Traum was künfftig möchte sagen;
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Und wer den Hymen wird recht umb die Ursach fragen/
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Der spricht/ dieweil die Nacht aus Jungfern Frauen macht/
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So ist sie hoch geschätzt; und schon vor langen Zeiten
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Ließ Venus bey der Nacht ihr Opffer zu bereiten.
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Last/ so viel Worte hier/ bey euch auch
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Diß Wesen das erhält und füllt den Bau der Erden/
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Lebt in beglückter Eh’/ und steter Einigkeit/
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Solt’ auch die Morgenröth’ euch sehn beysammen liegen/
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So ist doch diß der Trost/ die Nacht/ die ist verschwiegen.