Er verehret die schwartzbraune Statire

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Johann Georg Gressel: Er verehret die schwartzbraune Statire (1716)

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Du Göttinn meiner Brust;
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Strahlen/ die die Sonne machet
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Wenn sie an dem Himmel lachet
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Die sieht man an mit Lust;
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Denn ihre Gluht/ und angenehme Schöne/
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Den Augen gleicht/ nach welchen ich mich sehne.

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Das schwartze krause Haar
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Mit den Augen ist verschwistert/
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Deren Pech die Nacht verdüstert/
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Wenn sie befloret war.
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So wie der Blitz/ den schwartz Gewölcke heget/
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So auch dein Strahl die Hertzen niederschläget.

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Die angenehme Nacht
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Macht die braunen Wolcken siehen/
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Dran die Sternen sich erhöhen
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Mit ungemeiner Pracht/
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Daß sie den Geist durch ihre Zier entzücket/
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Wenn er die Lufft so angenehm erblicket.

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So auch
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Du ihr gleichende
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Die ich stets im Hertzen führe/
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Entzückend machst entzündt.
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Die braune Nacht/ die/ Schönste/ dich bekrönet/
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Das helle Licht der weissen

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Ein weisses Kind ersehn
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Macht nicht gleich die Hertzen brennen/
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Aber schwartzen Strahlen können
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Nicht leicht wir widerstehn.
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Des Tages-Schein den weissen
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Der vor der Nacht der braunen Schönen weichet.

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Die schönen Augen sind
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Bey dir gleich dem größten Wunder/
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Jhr Schwärtze ist der Zunder/
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Der Hertz und Seel entzündt:
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Sie sind die Nacht/ und leuchten doch wie Sonnen/
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Weil

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Der schwartze
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Wird mit grosser Müh gebrochen;
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Gold muß man aus Schlacken kochen
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Die gleichfals dunckel seyn;
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Und dennoch sind sie hoch und werth geachtet/
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Daß jedermann sie zu besitzen trachtet.

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So steigt man auch mein Kind
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Nach den Kirschen in die Höhe
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Auf des Baumes schlancke Jähe/
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Die da erschwartzet sind;
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Weil ihre Frucht viel süsser und gesunder/
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Als die/ so da im Schatten sind darunter.

(Celander [i. e. Gressel, Johann Georg]: Verliebte-Galante/ Sinn-Vermischte und Grab-Gedichte. Hamburg u. a., 1716.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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