Auff den 74. Ejusdem

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Heinrich Mühlpfort: Auff den 74. Ejusdem (1686)

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Hoch Edler Herr von Götz/ des Grossen Käisers Raht/
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Umb dessen Silber-Haupt sich Lorber-Zweige schliessen/
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Dem auch die Nach-Welt wil sich hoch-verbunden wissen/
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Jhm Vater der Gemein/ und Phönix unsrer Stadt/
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Nun vier und siebtzig mahl sein Namens-Tag erschienen/
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Mit was für Schuldigkeit sol ich diß Fest bedienen?
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Was thut nicht Schlesien in der Johannis Nacht/
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Da wo der Berge Höh’ die Wolcken übersteiget/
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Und sich die Schneekopp’ als der Sonnen Nachbar zeiget?
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Es wird aus Laub und Holtz ein Freuden-Feur gemacht/
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So/ daß wenn schon der Tau die dürren Felder kühlet/
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Durch aller Schatten Flor die liechte Flamme spielet.
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Ich wil auff dem Parnass’/ der Musen Heiligthum/
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Und des Apollo Thron/ wo alles ist zu finden/
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Was nur an Wissenschafft und Weißheit zu ergründen/
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Mein Opffer legen ab/ und zwar nicht eine Blum’
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Und schwaches Epheu-Laub Jhm/
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Es sol der
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Rom/ das der Ewigkeit Kampff anzubieten schien/
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Und sich der Erden Zaum/ des Meeres Riegel nante/
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So bald es aus der Schlacht den Sieger nur erkante/
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Und sah’ in Jovis Schoß das schöne Lorbergrün
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Höchst-prächtig legen ab/ rief: der Erretter lebe!
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Daß stetes Glück und Heil umb seine Scheitel schwebe!
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Und solte Breßlau nicht den theuren Lorber-Krantz/
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Der seine Schläfe ziert/ mit tausend Wünschen krönen/
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Hochmögender Patron/ ja solten die Camenen/
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In ihrer Schoß erzeigt/ sich ob der Tugend Glantz/
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Der Thaten Treffligkeit nicht freudig lassen hören/
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Und der Verdienste Preiß in tieffster Demuht ehren?
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Es wird die Göttligkeit dem Lorber beygelegt/
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Als dessen heilig Blat/ was künfftig ist/ entdecket.
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Wie offt/ wenn unsre Stadt in Sorg und Noht gestecket/
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Hat sein hochweiser Sinn dergleichen Raht gehegt/
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Das/ was verderblich war/ in Wachsthum sich verkehret/
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Und reichen Uberfluß gemeinem Nutz gewehret.
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Mehr/ ward der Lorberbaum von Königen geehrt/
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Die ihre Wohn-Palläst und Thore mit gezieret:
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Der Käiser Julius hat solchen stets geführet
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Zum Bild der Majestät. Und wie das Zeitbuch lehrt/
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Hat/ wer zu Delphis sich im kämpffen durchgeschlagen/
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Den besten Preiß davon/ den Lorher Krantz/ getragen.
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Ist es nun Wunderns werth/
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Wenn der Erlauchten Gnad auch seine Lorber-Zweige/
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Mit grössrem Ruhm belaubt/ verstumme Neid und schweige.
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Der höchste
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Der weite Kreiß der Welt/ schickt seine Sonnen-Blicke
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Hier diesem
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Es hat der Fürsten-Brieff ein Lorber-Zweig bedeckt/
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So offt sie Glück und Heil von Feinden überschrieben:
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Der edle Lorberbaum ist unversehret blieben/
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Da als das Schloß zu Rom war in den Brand gesteckt.
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Der Richter Ampt und Beil bekrönen Lorber-Aeste/
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Und voller Lorbern blühn Egyptens heilge Feste.
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Die Ceres hat den Baum vor andern hochgeliebt/
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Denn seine Krafft die läst die Früchte nicht verderben:
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Apollo braucht ihn selbst für Fäulniß/ Gifft und Sterben/
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Weil seiner Blätter-Safft vielfältig’ Artzney giebt.
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Ja Socrates/ der wil beym Lorberbaume schweren/
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Es wünscht Empedocles in den sich zu verkehren.
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Von solcher Trefligkeit grünt dieser schöne Baum/
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Als dessen starck Geruch auch Todten kan erquicken.
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Er wird zu Freud und Leid uns seine Zweige schicken/
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Ist bey den Freunden werth und hat bey Feinden Raum:
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Deckt Alexanders Helm mit Welt-geprießnen Siegen/
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Und läst sich auch hernach umb Pallas Schläfe biegen.
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Die Sonne küst den Baum/ als die die Königin
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Der Sternen heist und bleibt/ sie wird mit ihren Stralen
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Den lieblichen Schmaragd der Blätter schöner mahlen/
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Daß wie sie beym Gestirn den Vortheil nimmt dahin/
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Auch unter Bäumen kan der Lorber König bleiben/
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Und sich der Sonnen Lust/ der Wälder Krone schreiben.
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Unschätzbahrer Patron/ seh ich die Herrligkeit
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Der Ehren-Lorber an/ die voller Früchte blühet/
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Die vor das Vaterland so heilsam sich bemühet/
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Die GOtt ihr Wachsthum hat zur Danckbarkeit geweyht;
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Die durch die Wohlthat sich den Göttern gleich gemachet/
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Als Schutz-Gott dieser Stadt für aller Heil gewachet;
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So sag ich solchen Ruhm beschleust kein enges Blat:
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Und ob die Tugend zwar von eigner Würde gläntzet/
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Ist selbst ihr Schmuck und Lohn: die ihre Folger kräntzet
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Und ewig machen kan/ so pflegt doch/ wie dem Rad
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Der Sonnen Schatten folgt/ auch Lob sie zu begleiten/
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Und ihre Treffligkeit blüht unermeßne Zeiten.
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Die hohe Eiche fürcht des Donners harten Schlag/
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Die schwancke Tanne heult/ die Lorber bleibet stehen/
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Und läst auff sich getrost die lichten Blitze gehen/
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Weiß/ daß dem grünen Haar kein Wetter schaden mag:
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So hat/
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Jhn die Beständigkeit zum Eckstein wollen machen.
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Mahlt nicht der Lorber hier ein rein Gewissen ab/
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Das eifrig GOtt geehrt/ dem Käiser treu gewesen/
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Das die Gerechttgkeit zum Hertzblat ihm erlesen/
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Und Sanfft muht hat geliebt biß in das schwartze Grab:
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Denn wie den Lorber kan kein Donner-Keil erschrecken:
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So kan hier keine Schuld die Reinligkeit beflecken.
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Wo einst das Griechenland Permessus Fluß durchnetzt/
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Und seinen Silberthau der Wellen außgegossen/
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Hat dessen Ufer rings ein Lorber-Wald umbschlossen/
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Da sich das reine Volck der Schwanen hingesetzt/
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Dem Lorberbaum gedanckt für angenehmen Schatten/
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Und sich bemüht den Preiß durch Lieder zu erstatten.
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Wo Priester Schwanen/ sind die durch ein heilig Lied
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Und Flammen-vollen Mund die Gottesfurcht entzünden;
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Bey diesem Lorber-Baum wird man sie embsig finden/
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Als der zu ihrem Schirm und Wolfahrt hat geblüht.
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Es trägt der weise Schwan den Lorber in dem Munde
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Sein Rnhm der geht nicht eh’ als mit der Welt zu Grunde.
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Es ändert auch der Baum nie sein Schmaragden Kleid
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Ein ewig Frühling wohnt in den belobten Zweigen.
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Kan uns der Lorber nicht als wie im Spiegel zeigen/
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Daß er ein wahres Bild der Unverweßligkeit:
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Denn wie er immer grünt/ so muß der Ruhm auch blühen/
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Der von der Tugend kommt und wurtzelt aus Bemühen.
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Diß Kleynod naget nicht der Zeiten scharffer Zahn/
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Astraeens höchste Zier/ die Lorber seiner Ehren/
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Wird gar die späte Welt höchst-preißbar nennen hören/
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Und was bey dieser Stadt sein Obsicht hat gethan/
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Schreibt Clio nicht allein in todte Marmelsteine/
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Nein/ deß
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Es sah die Livia in ihrer zarten Schoß
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Samt einem Lorber-Zweig ein weisses Huhn sich flüchten/
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Darauß entstund ein Wald von tausend Lorber-Früchten:
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Die Deutung lehrte klar/ wie daß die Käiser groß/
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Und mächtig würden seyn/ und welcher überwunden/
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Hat einen Lorber-Krantz aus diesem Wald gefunden.
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Ich wünsche/
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Und adliches Geschlecht außbreit in tausend Zweige/
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Daß dero hohes Lob die Sternen übersteige!
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Ja wie der Lorberbaum gerieben eine Flamm/
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Und gutes Zeichen giebt/ so sey mein Wunsch ein Zeichen:
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Daß dieses Namens-Fest mög’ alles Heil erreichen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Mühlpfort
(16391681)

* 10.07.1639 in Breslau, † 01.07.1681 in Breslau

männlich, geb. Mühlpfort

deutscher und lateinischer Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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