Auf der Durchl. Fürstin und Fr. Frauen Eleonoren Charlotten/ gebohrner und vermählter Hertzogin zu Würtemberg/ Teck und Chastillon auch in Schlesien zur Oelß/ rc. erschienenen Geburts-Tag 1680. im Namen Jhrer Hoch- Fürstl: Durchl. Durchlauchtigsten Gemahl

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Heinrich Mühlpfort: Auf der Durchl. Fürstin und Fr. Frauen Eleonoren Charlotten/ gebohrner und vermählter Hertzogin zu Würtemberg/ Teck und Chastillon auch in Schlesien zur Oelß/ rc. erschienenen Geburts-Tag 1680. im Namen Jhrer Hoch- Fürstl: Durchl. Durchlauchtigsten Gemahl (1686)

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So sag’ ich diß geschicht/
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Du Wunder dieser Welt/ du Pallas unsrer Zeit/
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Du Perle meiner Lust/ Bild der Vollkommenheit/
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Du vierdte Gratie und mehr als andre Flore
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Nur eintzig dir zum Ruhm/ weil deine Göttlichkeit
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So wol der Erden Rund/ als Sternen-Kreiß erfreut.

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Dein erster Ursprung ist ja von dem Himmel kommen/
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Dein Himmel-hoher Geist hengt gleicher Regung nach.
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Erlauchte Seelen ziehn in kein gemeines Dach/
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Es wird der beste Zeug zu ihrem Hauß genommen.
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Die Sterne stimmten bald durch ihren Einfluß bey/
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Daß die

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Charlotte liebste Seel' mein einig Hertz und Leben
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Dein hoher Fürsten Stamm/ den Auff- und Untergang
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In tieffer Demuth ehrt/ und den der Nach-Welt Klang
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Bey Süden und bey Nord nach Würden wird erheben
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Hüllt’ in der Wiege zwar dich schon in Purpur ein;
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Doch muste Tugend da die treuest’ Amme seyn.

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Du Himmel-werthes Pfand zu Nutz der Welt gelihen/
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Minerva legte dich behäglich an die Brust/
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Die keusche Musen-Schaar sah’ ihre Hertzens Lust
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Als ein neu Helikon umb dich fing an zublühen;
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Der Sinnen Trefligkeit/ der himmlische Verstand
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Bezeugte daß dein Geist nur Göttern sey verwand.

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Apollo wich vom Thron in Gold-beflammten Haaren
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Und hieng sein Lauten Spiel an einen Lorber-Baum’/
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Er rief/ ihr Clarien/ macht dieser
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Sie wird als
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Sie ist es/ die euch schenckt aufs neue Seel’ und Geist
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Und unter ihrem Schirm vergnüget wohnen heist/

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Der Außgang krönt die That.
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Den Kreiß der Wissenschafft/ den Circkel dieser Welt/
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Nichts ist so tief versteckt/ nichts ist so hoch gestellt/
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Nichts wird manch kluger Kopff in der Erfindung zeigen/
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Das ihre Fähigkeit nicht zu entscheiden weiß/
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Und Wercke voller Witz belohnt mit Danck und Preiß.

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Was aber zünd ich doch
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Bey einem hellen Tag der Sonnen Fackeln an?
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Ach Leit-Stern meiner Ruh/ mit dem ists nicht gethan
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Was gleich Apollo singt mit seinem gantzen Chore.
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Nein; viel ein stärcker Zug und Würckung aus der Höh
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Erfordert daß ich heut dein Freuden-Fest begeh?

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Es wil die Liebe selbst mir Hand und Feder leiten/
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Und die Einträchtigkeit hat ein Altar gebaut/
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Wo man mein Hertze gleich der Kertzen brennen schaut/
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Und ich
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Mein Alles auff der Welt/ mein irrdisch Himmel-Reich/
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Was bring ich weiter noch das deiner Hoheit gleich?

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Ich weiß
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So hat die Livia nie den August geliebt/
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Und ob Alcestens Treu die Welt ein Zeugnüß gibt;
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Ob Artemisia die Asche rafft zusammen.
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So weicht
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Wie schön der Nach-Ruhm auch die Ehren Palmen flicht.

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Es überschwemmet mich ein gantzes Meer der Freuden/
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Ich lend’ itzt an den Port der guten Hoffnung an;
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Wer ist der Regungen in Ketten halt
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So lange Fleisch und Blut wird unsern Leib bekleiden/
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So sind doch Freud und Leid ein Spornen-Streich im Blut/
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Das nach Begeben heit wol oder übel thut.

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Ach ziehmt’ es diesen Tag Hochwerthst’
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Die Unruh in der Welt vernünfftig anzuschaun/
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Wie nichts auff Eyd und Pflicht ist ferner mehr zutraun/
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Da auch der Unterthan spinnt Faden zu dem Flore/
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Bedenckt nicht was er thut/ des Landes Treu vergist
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Und nach der Zeiten Lauff nur seinen Zustand mißt.

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Wiewol den Helden Muht/ die hocherlauchten Sinnen
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Charlotte schrecket nicht ein harter Donnerschlag.
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Die unumbschrieb’ne Macht so alles noch vermag
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Wird auch die Ober-Hand in diesem Sturm gewinnen.
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Wenn itzt deß Himmels Burg von schwartzen Wettern kracht/
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So hat in kurtzer Zeit die Sonne drauff gelacht.

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Das gantze Teutsche Reich rühmt die Beständigkeiten/
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Gott und dem Käiser treu verdint den grösten Ruhm/
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Der Würtenberger Stamm bleibt doch der Helden Bluhm
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Und kan sich mit dem Lauff der Sonnen gleich außbreiten.
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Es blühe dieses Hauß/ das viel Achilles zeigt
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Viel Nestor derer Lob die Nach-Welt nicht verschweigt.

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Mein Engel/ meine Seel’ und Außzug voller Freuden/
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Charlotte schwärtz ich denn mit Kummer dieses Licht?
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Erlauchte Fürsten-Sonn’ erhelle dein Gesicht
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An dessen Blicken ich mich eintzig nur kan weiden.
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Wilst du Aurora seyn/ so bin ich Memnons Bild
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Das deiner Strahlen Glantz mit Lauten-Klang erfüllt.

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Du solst Aspasia in meinem Hertzen bleiben/
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Es müsse doch dein Fuß auff nichts als Rosen gehn/
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Deß Glückes milde Gunst zu deinen Diensten stehn/
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Die Sternen ihre Hold/ dir Sternen-Kind/ verschreiben/
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So daß
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Und unser Wolfahrts-Baum das gantze Land erfreu.

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Es hat das Alterthum Pracht-Tempel angebauet/
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Und seiner Obrigkeit Geburts-Tag hochgeschätzt.
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Das Denckmahl/ das dir hier/ mein Schatz/ dein Fürst auffsetzt/
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Ist/ daß man stets dein Bild in seinem Hertzen schauet/
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Bey dem der Unterthan wil opffern Leib und Geist/
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Und dich mit höchstem Recht deß Landes Göttin heist.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Mühlpfort
(16391681)

* 10.07.1639 in Breslau, † 01.07.1681 in Breslau

männlich, geb. Mühlpfort

deutscher und lateinischer Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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