Jung Calidor durchquert im Boot den See

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John Keats: Jung Calidor durchquert im Boot den See Titel entspricht 1. Vers(1816)

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Jung Calidor durchquert im Boot den See.
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Sein Geist ist wach, ist voll vom schönen Weh,
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In das der Abend sich so liebend kleidet,
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Weil er nur ungern von der Erde scheidet.
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Noch zögert rings ein letztes warmes Licht.
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Zum blauen Himmel hebt er das Gesicht
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Und lächelt lang hinauf in klare Runde,
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Bis er im Herzen fühlt die Sehnsuchtswunde;
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Da wendet er den Blick zum sanften Bogen
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Der Uferböschung und ins Blätterwogen
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Der Bäume, die sich schattend niederneigen
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Und sich im See die zarten Blüten zeigen.
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Sein froh begeistert Auge folgt dem Schwung
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Der flinken Schwalbe durch die Dämmerung,
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Wie sie so launisch auf und nieder schwebt,
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Bald tief zum Wasser stößt, bald hoch sich hebt,
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Jetzt mit der Brust die kühle Nässe streift,
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Jetzt unsichtbar in blauen Höhen schweift.

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Nun hebt sich seines Bootes scharfer Kiel
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Und gleitet leicht durch krauses Wellenspiel
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Hinein in breites Wasserlilienbeet:
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Wie weiß ein jeder Blütenbecher steht
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Und Tau erhoffend auf zum Himmel schaut.
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Ganz nahe hier liegt voll von Busch und Kraut
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Ein Inselchen: von dort genießt man gut,
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Wie schön der See in seinem Ufer ruht,
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Das sich zum Fuß der blauen Berge dehnt;
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Doch keiner, der mit warmem Herzen sehnt
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Und klaren Auges sieht, was die Natur
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An Schönheit zeigt auf beider Ufer Flur,
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Geht leicht vorbei; sie grüßte Calidor
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Heut sanfter noch als alle Zeit zuvor.
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Seitwärts die Wipfel, reich in Gold gekleidet,
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– Die frohe Sonne schenkt es, eh sie scheidet –
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Draus ab und zu der Eichelhäher schießt
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Und bunte Schönheit in die goldne gießt.

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Ein alter Turm mit sturmzerstörten Mauern,
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Zu stolz, um einstige Größe zu betrauern;
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Schwarz wacht beim grauen Grab die starre Fichte
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Und wirft zu Boden ihre harten Früchte.

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Das Fischerkirchlein, dicht vom Epheulaube
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Umkränzt bis hoch zum Kreuz; die weiße Taube,
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Die auf dem Fenster glättet ihr Gefieder,
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So licht, als käme sie vom Himmel nieder.

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Grünbuschige Inseln legen linden Schatten
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Quer übern See. Durchs Zwielicht lugen Matten
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Mit breiten Ampferblättern und Ranunkeln,
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Mit wilder Katzen glühem Augenfunkeln,
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Mit zarten silberigen Birkenbäumen,
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Mit hohen Gräsern, die all dies umsäumen.
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Und Abendtau erquickte alles Schöne,
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Als Calidor beglückt die Silbertöne
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Einer Trompete hörte. Ach, es nahen
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Viel Freuden ihm! Des Wächters Augen sahen
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Durchs Tal herauf der Schimmel Mähnen wehen;
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Bald wird er seine liebsten Freunde sehen!
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Er stößt sein Boot voran mit heitrem Sinn,
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Nun streicht er einsam übers Wasser hin,
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Blind für den Schwan und taub für Philomele –
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So sehr voraus eilt drängend seine Seele.

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Nun wendet er mit kräftigem Ruderstoß
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In letzte Bucht, und düster ist und groß
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Das Schloß, noch fern, vor seinem Blick erschienen.
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Fast schneller, als die eifrigste der Bienen
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Zwei Pfirsiche umsummen kann, erreichten
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Des leichten Bootes Rippen jene feuchten
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Marmornen Stufen, die ins Wasser führen.
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Und aufwärts eilt er, dann durch Flügeltüren,
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Durch eichene Hallen und durch Corridore.
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Köstliche Töne! Nie klang seinem Ohre
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Und seinem Herz ein Vogellied so traut,
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Als jetzt der Rossehufe Klapperlaut.
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Zwei edle Hengste und ein Zelterpaar
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Ward er beim Eintritt in den Hof gewahr:
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In lockern Zügeln warfen sie die Nacken
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Zurseite, während sie auf Prachtschabracken
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Glückliche Bürden trugen durch das Tor.
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Welch sanften Kuß und Druck gab Calidor
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Den Händen jeder Dame! Wie entzückt
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Umspannt er feine Knöchel! Süß entrückt
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War seine Seele, während Flüstergrüße
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Ihn zögern ließen, ihre zarten Füße
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Herab zu lassen auf die harte Erde.
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Wie süß dies Schmiegen, als sie sich vom Pferde
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Hin über seinen Nacken sinken ließen!
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Und ob da leise Sehnsuchtstränen fließen,
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Oder ob ihre Locken Tau gefangen:
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Er fühlte eine Feuchte auf den Wangen –
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Und segnete mit Lippen, die erbeben,
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Mit Augen, die sich leuchtend aufwärts heben,
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All diese Wonne, die so weich und warm
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Und innig sich geschmiegt in seinen Arm.
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Auf seiner Schulter hing die Grübchenhand
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Schön wie ein Wunder aus dem Feenland,
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Wie weiße Cassiablüte, die der Regen
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Der Sommernacht erfrischt – o reicher Segen!
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Er koste sie mit seiner frohen Wange,
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Als ob er alle Seligkeit empfange,
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Da schlug Sir Clerimonds freundliches Grüßen
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Ans Ohr ihm. Sanft zog er aus ihrer süßen
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Knechtschaft den Arm, den neuer Dienst begehrt,
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Voll Dank, daß ihm so viele Lust bescheert,
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Indes er an die Stirne eine Hand
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Herzinnig preßte, die ein Gott gesandt,
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Bedrängten gut zu helfen: eine Hand,
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Die aus den kalten Klippen dieser Welt
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Jung Calidor erheben wird zum Held.

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Zwischen den Pagen und den Fackeln stand
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Bei seinem Roß ein Ritter, elegant
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Und stolz gewachsen; seine Federn wären
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Im Wind so hoch wie wilde Eschenbeeren
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Oder wie Hermes' Flügelkappe ragt.
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Und sicher hätte nie ein Mensch gewagt
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Den Panzer, den er trug und der so fein
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Geflochten war, für Stahl zu halten, nein,
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Man hielt ihn eher für ein Prunkgewand,
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In dem wohl gar ein hoher Engel stand,
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Der sich verkappt den Gästen zugesellt.
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»sir Gondibert, der weit berühmte Held,«
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So stellte Clerimont ihn munter vor.
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Der junge Krieger kam zu Calidor
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Anmutigen Schritts voll Herzlichkeit heran
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Und bot gepanzert eine Hand ihm an,
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Bereit zu grüßen den erglühten Knaben;
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Der schaut, als dürfe er die Augen laben
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An hohem Wunder. Während er voll Glück
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Die Damen führte, sah er oft zurück,
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Im Licht der Lampen, die vom Dach der Halle
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Herniederhingen und die Wehrmetalle
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In überirdischem Glanz erstrahlen machten,
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Die ritterlichen Brauen zu betrachten,
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Die unter feingeschwungenem Visier
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Sich wölbten über Augen von Saphir.

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Bald sitzen sie in angenehmem Raum.
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Die Damen mit den Lippen süß wie Traum
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Begrüßten all die grünen Ranken schon,
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Die rund um Fenster klimmen und Balkon,
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Um ihre purpursternigen Blütenlocken
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Zu zeigen und die zarten Bernsteinglocken.
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Sir Gondibert tat ab sein stählern Kleid,
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Und er genießt nun voll Behaglichkeit
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Den leichten Mantel über Brust und Rücken.
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Und während Clerimond mit milden Blicken
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Sich umschaut, brennt jung Calidor danach,
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Von Rittertat zu hören: wie man Schmach
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Zurückwies, wie man stark mit tapfrer Hand
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Von werter Fraue Schrecken abgewandt;
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Und übervoll hiervon gab jeder Hand
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Der Damen er so warmen Kuß und blickte
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So feurig drein, daß es sie halb entzückte
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Und halb erstaunte, bis sich herzbewegt
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Ein Lächeln über ihre Mienen legt,
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So süß wie sonnenselig Himmelsblauen
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Hoch über zauberhafte Inselauen.

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Sanft kamen Lüfte aus des Waldes Herzen,
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Sanft bliesen seitwärts sie das Licht der Kerzen,
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Klar war der Sang der Nachtigallenkehle,
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Lieblich der Duft der Lindenblütenseele,
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Verlockend wild der ferne Hörnerklang,
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Reizend der Mond auf seinem stillen Gang.
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Süß auch die Unterhaltung dieser Freunde
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Wie guter Geister fröhliche Gemeinde,
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Wie sanftes Summen, das wir rundum hören,
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Wenn Hesperus erscheint mit Sternenchören.
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Süß sei ihr Schlaf – – –

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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John Keats
(17951821)

* 31.10.1795 in London, † 23.02.1821 in Rom

männlich, geb. Keats

britischer Dichter und Vertreter der englischen Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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